#43 Vom Krisenfall zum Vertrauensbeweis: Grieche führt Eurogruppe
14.12.2025 21 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge von Yiasas Adenauer spricht Host Marian Wendt mit Lena Düpont, Mitglied des Europäischen Parlaments, über eine symbolträchtige Entscheidung auf europäischer Ebene: Der griechische Finanzminister Kyriakos Pierrakakis wurde zum Vorsitzenden der Eurogruppe gewählt – ein starkes Zeichen für Griechenlands neue Rolle in Europa nach Jahren der Finanz- und Schuldenkrise. Was bedeutet diese Wahl für Griechenland und die Eurozone? Steht sie für einen Kurswechsel in der europäischen Finanzpolitik oder für Kontinuität?
Themen der Folge
- Ein Grieche an der Spitze der Eurogruppe: politische und symbolische Bedeutung
- Griechenlands Weg vom Krisenland zum Gestalter europäischer Finanzpolitik
- Wachstum, Reformen und Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone
- Hat der klassische Nord-Süd-Konflikt in Europa ausgedient?
- Sicherheits-, Finanz- und Stabilitätspolitik in Zeiten geopolitischer Umbrüche
Nachrichten aus Griechenland
- Anhaltende Bauernproteste in Griechenland
- Einigung zum neuen EU-Asyl- und Migrationspaket
- Griechenland als weltweit beliebtestes Ziel für Senioren
- Übergabe der Olympischen Flamme für die Winterspiele Mailand–Cortina
Hinweis in eigener Sache – Hilfe für obdachlose Menschen in Athen
Marian Wendt engagiert sich ehrenamtlich beim Order of Malta Relief Corps Hellas (OMRCH).
Gerade in der Winter- und Weihnachtszeit wird dringend Unterstützung für obdachlose Menschen in Athen benötigt – für medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten und konkrete Hilfe vor Ort.
Gerade in der Winter- und Weihnachtszeit wird dringend Unterstützung für obdachlose Menschen in Athen benötigt – für medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten und konkrete Hilfe vor Ort.
Spendenkonto:
Empfänger: OMRCH (Order of Malta Relief Corps Hellas)
IBAN: GR09 0340 0220 0220 3007 5027 197
Empfänger: OMRCH (Order of Malta Relief Corps Hellas)
IBAN: GR09 0340 0220 0220 3007 5027 197
Jede Spende kommt zu 100 % direkt vor Ort in Athen an.
Feedback & Kontakt
Habt ihr Themenwünsche, Anregungen oder Feedback zur Folge?
Schreibt uns gern an: yiasasadenauer@kas.de
Schreibt uns gern an: yiasasadenauer@kas.de
Mitwirkende
- Moderation: Marian Wendt
- Gesprächspartnerin: Lena Düpont (MdEP)
- Nachrichten: Olga Tsotsokou
- Produktion: Studio Schumann, Leipzig
Wir hören uns wieder im Januar 2026.
Bis dahin wünschen wir euch frohe und gesegnete Weihnachten aus Athen.
Kales Giortes und Yiasas!
Bis dahin wünschen wir euch frohe und gesegnete Weihnachten aus Athen.
Kales Giortes und Yiasas!
Transkript
Ist die Wahl von Kyriakos Pierrakakis zum Chef der Eurogruppe
ein politischer Ritterschlag für Griechenland?
Steht das Land damit endgültig nicht mehr unter europäischer Beobachtung,
sondern wieder am Steuer?
Und ist diese Entscheidung ein Signal für einen Kurswechsel in
der europäischen Finanzpolitik oder eher steht er für Kontinuität?
Um diese Fragen soll es diesmal bei Yissas Adenauer, dem
Podcast für Griechenland und die Region gehen und damit herzlich
willkommen. Ich bin Marien Wendt und leite das Büro der
Konrad Adenauer Stiftung für Griechenland und Zypern hier in Athen.
In diesen Tagen vor Weihnachten kehrt in vielen Teilen Europas
etwas Ruhe ein.
Zeit für Rückblicke, aber auch für den Blick nach vorn.
Und genau in dieser Phase ist auf europäischer Ebene gestern
eine wichtige Entscheidung gefallen, die weit über die Feiertage und
den Jahreswechsel hinaus seine Wirkung entfalten wird.
Der griechische Finanzminister Kyriakos Pierrakakis wurde zum Vorsitzenden der Eurogruppe
gewählt. Diese Wahl ist nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern
aus meiner Sicht auch ein starkes Signal für Griechenland und
seine neue Rolle in Europa nach Jahren der Krise heute
wieder im Zentrum europäischer Finanz - und Wirtschaftspolitik.
Was bedeutet diese Entscheidung für Griechenland, für die Eurozone, für
die künftige Ausrichtung auch der Finanzpolitik in Europa?
Darüber spreche ich hier im Podcast mit Lena Dupont, Mitglied
des Europäischen Parlamentes.
Zunächst aber wie immer die Nachrichten der letzten Tage mit
der Olga im ersten Nachrichtenblock.
Bauernproteste in Griechenland In Griechenland halten seit Anfang Dezember landesweite
Bauernproteste an.
Landwirte blockieren Autobahnen, Grenzübergänge und sogar Zufahrten zu Flughäfen, unter
anderem auf Kreta und an der A1 zwischen Athen und
Cechaloniki. Anlass sind verzögerte EU -Agrarsubventionen und Forderungen nach sofortiger
finanzieller Unterstützung. Die Regierung signalisiert Gesprächsbereitschaft, warnt jedoch vor weiteren
Verkehrsbehinderungen. Neues EU -Migrationsabkommen
Beim EU -Innenminister -Treffen in Brüssel in dieser Woche haben
Griechenland und die weiteren Mitgliedsstaaten eine Einigung zur Umsetzung des
neuen europäischen Asyl - und Migrationspakets erzielt.
Migrationsminister Athanasios Plevris erklärte, dass Athen und Berlin vereinbart haben,
alte Dublin -Fälle irregulärer Weiterreisen zu löschen.
Ab Mitte 2026 soll die Rückführung von Migranten, die erstmals
in Griechenland Asyl beantragt haben, wieder möglich werden.
Ein zentraler Punkt des Paketes.
Und das war der erste Teil der Nachrichten mit der
Olga.
Gestern fiel in Brüssel eine wichtige Personalentscheidung.
Der griechische Finanzminister KKyriakos Pierrakakis wurde zum Vorsitzenden der Euro
-Gruppe gewählt. Was bedeutet diese Wahl für Griechenland, für die
Eurozone und wohl auch für die künftige Ausrichtung der europäischen
Finanzpolitik?
Darüber spreche ich nun im Podcast mit Lena Düpont.
Sie ist Mitglied des Europäischen Parlamentes, war gestern in Brüssel
also ganz nah dran an den Entscheidungen und ich heiße
Sie herzlich willkommen hier bei Yissas Adenauer.
Herzlichen Dank dafür, dass ich mit dabei sein darf.
Ich freue mich aufs Gespräch.
Vielen Dank, dass wir uns wieder hören diesmal.
Du warst vor zwei Wochen auch in Griechenland gewesen beim
Thessanoliki International Symposium.
Liebe Lena, gestern wurde, wie gesagt, der griechische Finanzminister KKyriakos Pierrakakis
zum Vorsitzende der Euro -Gruppe gewählt, vor zehn Jahren
sicherlich eine undenkbare Entscheidung.
Was in zehn Jahren alles passieren kann, auch in Europa.
Wie ist diese Entscheidung aus deiner Sicht politisch zu bewerten?
Er ist natürlich erst einmal ein Riesenerfolg für Griechenland an
sich als Land, aber natürlich auch für den Minister selbst
sozusagen im Herz der Euro -Gruppe im wahrsten Sinne des
Wortes angekommen zu sein.
Nach all den schwierigen Entscheidungen, die in Griechenland getroffen werden
mussten, nach all den ja auch Entbehrungen, die in der
Bevölkerung, in der Wirtschaft insgesamt im Land geleistet werden mussten,
ist das natürlich ein wunderbarer Erfolg, zu dem wir auch
ganz, ganz herzlich gratulieren und auch all denjenigen, die auf
europäischer Seite, im Europäischen Parlament auch beispielsweise an der entsprechenden
Politik mitarbeiten, das auch eben ausdrücklich willkommen geheißen haben.
Wir sind gespannt auf das, was er jetzt liefern wird.
Richtig, eine Wahl ist ein Beginn eines neuen Schrittes und
da natürlich die Frage auch, was glaubst du, welche Bedeutung
hat diese Wahl erstmal auch für Griechenland selber, wenn wir
uns den langen Weg aus der Staatsschulden - und Eurokrise
auch anschauen?
Naja, das ist, auch wenn es jetzt ein bisschen zynisch
klingt, aber es ist natürlich erst einmal eine Riesenanerkennung auch
für das, was Griechenland in den letzten Jahren geleistet hat.
Es ist ja nicht nur eine politische Entscheidung gewesen, sondern
ich hatte wirklich harter Weg gewesen, wo wirklich auch politische
Entscheidungen getroffen werden mussten, die die Menschen wirklich im wahrsten
Sinne des Wortes auch viel gekostet haben.
Und zwar nicht nur finanziell, sondern eben auch in sozusagen
instrukturellen Entscheidungen, in politischen Entscheidungen, in wirtschaftlichen Abläufen und so
weiter und so fort.
Und insofern ist das natürlich ein Wissen, dass wir jetzt,
wo die gesamte Europäische Union ja auch in einem wirtschaftlich
nicht ganz so einfachen Umfeld ist.
etwas ist, wovon wir alle profitieren können.
Auch von dem Geist sozusagen, auch von dem Mut, diese
Entscheidung zu treffen und vor allen Dingen natürlich auch in
Person sozusagen des Finanzministers, auch einfach so diesen frischen Wind
mitzunehmen für all das, was wir auf europäischer Ebene, aber
insgesamt auch im Rahmen des Euro -Raumes im Bereich der
Wirtschafts-, der Finanz-, der Stabilitätspolitik auch verändern müssen.
Meinst du, dass Griechenland dort eine gewisse auch, ja, mittlerweile
als Geschicht, ist es eher ein Anerkennnis dieses Weges, was
Griechenland erreicht hat, oder ist es auch schon mehr so,
dass man, dass Griechenland ein Gestalter der europäischen Finanzpolitik wahrgenommen
wird, was uns in der nächsten Frage und im nächsten
Bereich, vielleicht später noch mal zu der Frage des klassischen
Nord -Süd -Konflikts auch in der Finanzpolitik führen könnte.
Also ist es eher eine Anerkennung der Leistung.
Auch das Südraum ist vielleicht der Süd-, der europäischen Union
gegen einen klassischen Nordkandidaten hat er ja sozusagen sich durchgesetzt,
gegen einen Belgier.
Ich glaube, da sprechen die Zahlen ziemlich für sich.
Ich würde da mal nicht unbedingt den Nord -Süd -Konflikt
aufmachen wollen oder die Differenz aufmachen wollen, sondern schlicht und
ergreifend aus dem Blick einer wirtschaftlichen Entwicklung draufgucken.
Wir sehen ja in den letzten Jahren, in den letzten
Monaten insbesondere, dass Griechenland im Vergleich zu vielen anderen europäischen
Ländern einen enormen Wachstumsfahrt hingelegt hat.
Mit vielen Entscheidungen auf politischer Ebene, mit einer konsequenten Digitalisierung,
mit der Vereinfachung, Entbürokratisierung an vielen Stellen auch dafür gesorgt
hat, dass das Land deutlich wettbewerbsfähiger geworden ist, als das
vor Jahren der Fall gewesen ist.
Du hast es angesprochen ganz am Anfang.
Und das ist natürlich ein bisschen eine Mischung aus beidem,
sozusagen. Natürlich auf der einen Seite auch die Anerkennung für
die Gestaltungskraft, die die griechische Regierung auch an den Tag
legt, ja auch das sozusagen wirklich Durchsetzen von harten Reformen,
die am Ende ja auch mit dafür gesorgt haben, dass
es dem Land jetzt deutlich besser geht.
Und insofern ist das etwas, wo wir, glaube ich, aus
vielerlei Gründen gerade auch zurecht nach Griechenland schauen, nicht nur
was sozusagen den Entwicklungsfahrt der letzten Jahre angeht, sondern vor
allen Dingen auch die Frage, wie stellen wir jetzt gerade
unsere Wirtschaften insgesamt wettbewerbsfähiger auf, als einzelne Mitgliedstaaten, aber natürlich
auch viel, viel wichtiger, wie stellen wir die Europäische Union
insgesamt als Binnenmarkt auch wieder wettbewerbsfähiger auf?
Und da ist der Input, den der Finanzminister liefern kann,
einfach unglaublich gut.
Dann nehme ich die Frage auch anschließend, nämlich.
Der Eurogruppenvorsitzende ist ja jetzt nicht nur jemand, der da
aufpasst, wie das Ganze koordiniert wird.
Er ist ja mehr sozusagen auch noch jemand, der eine
politische Funktion innehat.
Er ist natürlich kein Zentralbanker, also nicht der Präsident der
Europäischen Zentralbank, sondern er ist ein politisches Gremium, aber auch
ein Stück weit koordiniert, die Eurofinanzminister.
Er ist Vorsitzender auch im Bereich des ESM, also des
Europäischen Stabilitätsmechanismus, der die Griechenlandhilfe ursprünglich dafür mal gegründet wurde,
weil jetzt auch andere Aufgaben waren.
Wie wird dieser politische Vorsitz, auch dieses Gremium, noch stärker
in die Rolle nehmen, um die europäischen Aufgaben zu lösen?
Denn am Ende des Tages, wenn wir Europäerisierung, gewisser
Themen sprechen. SAFE, also die Rearm Europe, also der Wiederaufbau
der Verteidigungsstruktur in Europa, wenn wir über Infrastrukturfragen reden, sind
wir am Ende des Tages auch sehr schnell bei Geldfinanzierungen,
gemeinsam Schulden? Also wie wird dieser Vorsitz aus deiner Sicht
mehr gestalten und auch mehr über diese politischen Fragen diskutieren
und entscheiden?
Na ja, du hast es schon angesprochen, es ist eine
politische Koordinierungsfunktion sozusagen.
Sie sind dafür zuständig, Leitlinien zu entwickeln, die Finanz-, die
Wirtschaftsministerien untereinander zu koordinieren, den Input der Mitgliedsstaaten einzusammeln und
möglichst kohärente, möglichst gute strategisch zielgerichtete Politik draus zu machen.
Das Entscheidungsgremium sozusagen dazu ist ja aber natürlich dann alles
das, was im Ecofinrat passiert.
Nichtsdestotrotz ist es ein sehr, sehr wichtiges Gremium, und das
eben tatsächlich auch.
Und du hast die Herausforderungen angesprochen in Anbetracht einer
wirtschaftlich schwierigen Ausgangslage bei gleichzeitig einer sich sehr dynamisch verändernden
Sicherheitslage, geopolitisch sich dramatisch verändernden Lage natürlich auch gucken muss,
dass wir auf der einen Seite wettbewerbsfähig werden in all
den klassischen Bereichen sozusagen, die die Europäische Union hat oder
wo wir auch als Binnenmarkt schon stark sind, wo wir
sozusagen wo es vielleicht der eine oder anderen Stelle nur
in Anführungsstrichen um dem Abbau von Überregulierung geht oder tatsächlich
auch Vereinfachung in gemeinsamen Wirtschaften.
Und auf der anderen Seite natürlich jetzt auch einen Bereich
mit rein nimmt, den wir vorher so tatsächlich gar nicht
unbedingt gebraucht haben, weil die Europäische Union darauf nicht ausgerichtet
war. Das ist dieser gesamte Rüstungsgüterbereich, in dem wir jetzt
natürlich sozusagen aus guten Gründen, aus zynischen aber durchaus guten
Gründen, jetzt eben auch ganz anders mit reingehen.
Da steckt ein riesen Potenzial drin insgesamt, das auch als
Europäische Union über die Eurogruppe gemeinsam auch
zu koordinieren und zu strukturieren.
Und ich glaube, ich hatte gerade schon einmal kurz angehoben,
ich finde den persönlichen Lebensweg auch vom Minister sehr beeindruckend.
Also auch die Art und Weise, wie er die Digitalisierung
in Griechenland angegangen ist.
Das Once -Only -Prinzip, wovon wir ja insbesondere in einem
Mitgliedsland, in einem Mitgliedsland, für den wir beide auch stehen,
immer noch ein bisschen entfernt sind.
Wo wir immer noch gucken können, dass wir wirklich auch
viel, sozusagen, die Potenziale von Digitalisierung hegen können.
Deswegen glaube ich, dass er in der jetzigen Zeit eine
ganz, ganz wichtige Funktion auch übernehmen kann und muss, um
sozusagen vielleicht auch das eine oder andere Verstaubte aus den
Strukturen ein bisschen rauszuschütten sozusagen.
Ob das am Ende dann die gemeinsamen Schulden sind, ich
glaube, bis dahin hätten wir, wäre es das Ziel, noch
einen sehr, sehr weiten Weg zu gehen.
Was aber natürlich klar ist, und das ist ja auch
etwas, was im Bereich der Finanzpolitik, aber eben auch der
Wachstumsstabilitätspolitik eine große Rolle wird, die Frage Sicherheit ist etwas,
was deutlich mehr Gewicht bekommen hat und natürlich auch, siehe
Deutschland ja beispielsweise, gerade auch mit dem Sondervermögen, was aus
unterschiedlichen Gründen eben auch von den Kriterien ausgenommen ist.
Das wird auch weiterhin nicht nur notwendig bleiben, sondern das
wird auch weiterhin so bleiben.
Können wir überhaupt noch von so einem klassischen Machtgefüge innerhalb
der Eurozone oder der Europäischen Union sprechen, zwischen Nord -
und Südeuropa, oder sind mittlerweile die Themen und damit auch
die Zielstellungen, auch die politischen Zielstellungen, eigentlich harmonisiert?
Wenn wir uns anschauen wie Griechenland.
sich reformiert hat, wie sie vorfristig, also mehr als gewollt
sozusagen Schulden auch zurückzahlen.
Sie haben letztens Frankreich sozusagen ausgezahlt, geballt, würde man sagen.
Gibt es das überhaupt noch, wie damals debattiert wurde, Nord
-Süd -Gefälle? Oder gibt es doch aus deiner Sicht, aus
deiner Brüsseler Perspektive, auch im Umgang mit den Kollegen, da
mittlerweile ein anderes Verständnis?
Nee, ich glaube, die Herausforderungen haben ziemlich deutlich gemacht in
den letzten Jahren, dass sich das ein oder andere Gewicht
auch verschoben hat.
Also wir haben beide gerade angesprochen, der wirklich bemerkenswerte Weg,
den Griechenland auch im Bereich des Wachstumspfahls hingelegt hat.
Natürlich kommt es jetzt für das Land auch darauf an,
das sozusagen nachhaltig zu sichern und sozusagen auch in dann
positive Effekte für die Bevölkerung umzusetzen.
Aber im ersten Moment ist Griechenland ein Frontrunner geworden, was
wirtschaftliches Wachstum und Stabilität angeht.
ist natürlich auch ein anderes Gewicht insgesamt dann, wo man
tatsächlich sieht, dass die Euro -Gruppe, das ist Frankreich gerade
angesprochen, aus unterschiedlichen Gründen ja sozusagen ein bisschen durcheinander gemischt,
durcheinander gemixt worden ist in dem Sinne.
Ich glaube, dass das eines der Felder ist, wo wir
tatsächlich, sagen wir mal, in diesen alten klassischen Nord-, Süd-,
Ost-, West -Kategorien gar nicht mehr großartig weiterkommen.
Also insofern ja eine gewisse Europäisierung, die da auch eine
große Rolle gespielt hat.
Die Karten sind neu gemischt.
Und ich glaube, dass wir insgesamt davon alle auch ganz
gut profitieren können.
Dann gibt es natürlich einmal außen drum sozusagen alles das,
was uns natürlich, was Mitgliedstaaten unterschiedlich betrifft, je nach geographischer
Lage, ganz klassisch die Risikowahrnehmung in den östlichen Mitgliedsländern, in
den nordöstlichen, ist natürlich eine ganz andere.
als das in den Südlichen der Fall ist.
Gleichzeitig haben wir natürlich auch dort im Bereich Verteidigung immer
gut aufgestellt gewesen.
Extrem viele Erfahrungen auch, die eingebracht werden können.
Das heißt, ich glaube, dass sozusagen die Gefahren um uns
drumherum auch nochmal ein Stück weit dafür sorgen würden, dass
sozusagen Interessenlagen, aber auch Gewichte unterschiedlicher Mitgliedstaaten in der Europäischen
Union anders verteilt sind, als das zur Gründung der Europäischen
Union sowieso der Fall gewesen ist.
Das haben wir tatsächlich auch, als sich in den Krisen
der letzten Jahre dann vielleicht auch gezeigt haben.
Das bisschen Zynische daran tatsächlich ist, dass jede Krise dann
auch irgendwie eine neue Gewichtung mit sich bringt.
In der jetzigen Zeit und nicht nur, weil sie jetzt
den Vorsitz der Eurogruppe übernommen haben, aber in den Krisen,
durch die wir gehen, müssen sozusagen Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit, das Griechenland
hervorragend aufgestellt. Und da können wir als Europäische Union ganz
viel von dem mitnehmen, was Griechenland uns sozusagen bieten kann.
Das war eine schöne Zusammenfassung, glaube ich, dass die Wahl
von Pierrakakis, auch wie wir das am Anfang gesagt hatten,
nicht nur eine Auszeichnung war für den Weg, den Griechenern
gegangen sind, aber vielleicht auch für ein neues Denken in
Europa steht, auch dieses Nord -Süd -Debatte, die ich auch
so gar nicht wahrgenommen habe jetzt in der Diskussion, vorher
auch eine vielleicht anti -griechische Stimmung in den Tagen, zuvor
habe ich nirgendswo gelesen, ein positives Zeichen, sondern ein Erkenntnis,
dass man doch die gemeinsamen Themen, die Herausforderungen, die weiteren
ansteht, auch als Europa zusammennimmt.
Das ist, glaube ich, ein schöner Gedanke auch zum Schluss
dieses Gesprächs.
Ja, wir wissen es nicht immer ganz einfach herzustellen zwischen
den Mitgliedstaaten, aber es liegt viel Chance, viel Potenzial schlicht
und ergreifend gerade drin.
Dafür, für deine Arbeit erstmal dafür auch mal alles Gute
weiter. Du wirst natürlich die Arbeit als Parlamentarier der Minister
beobachten und kontrollieren in diesem Sinne.
Du bist das.
erte Mal bei Yiasas Adenauer, dem Podcast für Griechenland und
die Region. Und deswegen bekommst du natürlich die Frage, die
jeder erste Gast bei uns auch im Podcast bekommt.
Liebe Lena, was ist denn deine Lieblingsinsel hier in Griechenland,
wenn du nach Griechenland reisen würdest oder reist?
Oh, das ist tatsächlich auch deswegen eine schwierige Frage, weil
natürlich ich hauptsächlich beruflich unterwegs gewesen bin, wenn ich in
Griechenland und natürlich auch viel damit mit dem Thema Asyl
und Migration unterwegs gewesen bin.
Du kannst dir vorstellen, dass die Eindrücke dann immer ein
bisschen anders sind, als wenn man jetzt privat unterwegs gewesen
wäre. Ich muss allerdings tatsächlich sagen, auch weil ich so
bewundernswert und bemerkenswert fand, wie die Insel das
gemacht hat, wie die Insel das für sich organisiert hat.
Ich war von Samos beispielsweise sehr angetan.
Es ist natürlich eine Insel, die eine enorme Herausforderung auch
hinter sich hat, auch wirklich viel, ja, letztendlich auch viele
Herausforderungen gemeistert hat, mit viel Kreativität auch da drangegangen ist.
Und ich finde, neben dem sozusagen, das was ich von
der Insel gesehen habe, ist einfach von der Natur her,
von der Lage her unglaublich schön.
Wunderbar. Samos, du hattest zu empfehlen eine kleine Perle im
Osten, der Ägäis.
Vielen Dank für das Gespräch, für deine Zeit und wir
machen jetzt weiter mit dem zweiten Nachrichtenteil und der Olga.
Griechenland, Top Ziel für Senioren.
Der neue Global Retirement Index kürt Griechenland erstmals zum beliebtesten
Land weltweit für Senioren, die im Ausland leben möchten.
Ausschlaggebend sind Klima -Lebenshaltungskosten, Gesundheitsversorgung und Wohnqualität.
Experten betonen die einzigartige Kombination aus mediterraner Lebensweise und vergleichsweise
günstigen Ausgaben im Alltag.
Olympische Flamme übergeben Im Athena Panathinaikos Stadion wurde in der
letzten Woche die Olympische Flamme für die Winterspiele Mailand -Kortina
offiziell an Italien übergeben.
Der Fackelauf hatte in Alten Olympia begonnen und markiert traditionell
die symbolische Verbindung zwischen Griechenland als Geburtsstätte der Olympischen Spiele
und dem Gastgeberland.
Die Flamme wurde anschließend nach Rom gebracht und startete dort
ihren landesweiten Staffellauf.
Und das war YIssas Adenauer für heute.
Zunächst ein ganz herzlicher Dank für unsere heutige Gesprächspartnerin Lena
aus dem Europäischen Parlament für die Einblicke und ihre Einschätzung
zur Wahl von Kyriakos Pierrakakis zum Vorsitzenden der Eurogruppe, zu
den Chancen und Herausforderungen für Griechenland und die Eurozone.
An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank Vasilis Karydas-Yfantis.
Er hat in diesem Monat die Conrad Adenauer Stiftung verlassen
und neue Verantwortung an anderer Stelle übernommen.
Lieber Vasilis, ich persönlich und wir alle danken dir herzlich
für deine engagierte Arbeit, für unser Büro, für die Conrad
Adenauer Stiftung, aber natürlich auch für Yiasas Adenauer.
42 Folgen haben wir zusammen gearbeitet in der Redaktion, du
unter den Kulissen und auch als Gesprächspartner.
Dafür alles Gute und vielen Dank.
Du bleibst der Kass freundschaftlich verbunden und gehst deinem Weg
mit Gottes Segen weiterhin.
Noch ein zweiter persönlicher Hinweis auch an dieser Stelle.
Viele von euch wissen, dass ich mich ehrenamtlich im Orden
von Malta hier in Athen engagiere.
Gerade in der Winter - und Weihnachtszeit sehen wir dort,
wie dringend Hilfe für obdachlose Menschen gebraucht wird.
Medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten, ein Tee oder auch einfach mal
ein
Wenn ihr diese Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über
eine Spende an die Obdachlosenhilfe des Orden von Malta hier
in Athen. Einen entsprechenden Hinweis findet ihr in den Show
Notes. Jede Unterstützung hilft und kommt ganz konkret zu 100
% hier vor Ort in Athen an.
Wenn euch diese Folge insgesamt gefallen hat, dann freue ich
mich, wenn ihr unseren Podcast natürlich abonniert und mit einer
Bewertung unterstützt.
Habt ihr Themenwünsche oder Hinweise?
Dann schreibt gerne an yiasasadenauer@kas.de, yiasas mit
Nur einem S. Auch diese E -Mail Adresse gibt es nochmal in
den Show Notes.
Nun gilt es aber abzuschließen, mein Dank wie immer an
die Redaktion, das KAS Team in Athen, die Produktion, Studio
Schumann Leipzig und unsere Nachrichtensprecherin Olga Ciozzucco.
Wir hören uns im Januar 2026 wieder.
Bis dahin wünsche ich euch frohe und gesegnete Weihnachten hier
aus Athen, ein paar ruhige Tage, vielleicht Zeit ein Buch
zu lesen, nicht ganz so viel stressige Politik zu verfolgen,
aber auf jeden Fall viel Kraft zusammen für das neue,
was kommt. Kales jodes, apotina fina, yassas und alles Gute,
euer Marian Wendt
Feedback geben
Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!