Since 10/2023 44 Episoden

#43 Vom Krisenfall zum Vertrauensbeweis: Grieche führt Eurogruppe

14.12.2025 21 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von Yiasas Adenauer spricht Host Marian Wendt mit Lena Düpont, Mitglied des Europäischen Parlaments, über eine symbolträchtige Entscheidung auf europäischer Ebene: Der griechische Finanzminister Kyriakos Pierrakakis wurde zum Vorsitzenden der Eurogruppe gewählt – ein starkes Zeichen für Griechenlands neue Rolle in Europa nach Jahren der Finanz- und Schuldenkrise. Was bedeutet diese Wahl für Griechenland und die Eurozone? Steht sie für einen Kurswechsel in der europäischen Finanzpolitik oder für Kontinuität?



Themen der Folge

  • Ein Grieche an der Spitze der Eurogruppe: politische und symbolische Bedeutung
  • Griechenlands Weg vom Krisenland zum Gestalter europäischer Finanzpolitik
  • Wachstum, Reformen und Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone
  • Hat der klassische Nord-Süd-Konflikt in Europa ausgedient?
  • Sicherheits-, Finanz- und Stabilitätspolitik in Zeiten geopolitischer Umbrüche


Nachrichten aus Griechenland

  • Anhaltende Bauernproteste in Griechenland
  • Einigung zum neuen EU-Asyl- und Migrationspaket
  • Griechenland als weltweit beliebtestes Ziel für Senioren
  • Übergabe der Olympischen Flamme für die Winterspiele Mailand–Cortina


Hinweis in eigener Sache – Hilfe für obdachlose Menschen in Athen

Marian Wendt engagiert sich ehrenamtlich beim Order of Malta Relief Corps Hellas (OMRCH).
Gerade in der Winter- und Weihnachtszeit wird dringend Unterstützung für obdachlose Menschen in Athen benötigt – für medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten und konkrete Hilfe vor Ort.


Spendenkonto:
 Empfänger: OMRCH (Order of Malta Relief Corps Hellas)
 IBAN: GR09 0340 0220 0220 3007 5027 197

Jede Spende kommt zu 100 % direkt vor Ort in Athen an.



Feedback & Kontakt

Habt ihr Themenwünsche, Anregungen oder Feedback zur Folge?
 Schreibt uns gern an: yiasasadenauer@kas.de


Mitwirkende

  • Moderation: Marian Wendt
  • Gesprächspartnerin: Lena Düpont (MdEP)
  • Nachrichten: Olga Tsotsokou
  • Produktion: Studio Schumann, Leipzig

Wir hören uns wieder im Januar 2026.

Bis dahin wünschen wir euch frohe und gesegnete Weihnachten aus Athen.
Kales Giortes und Yiasas!

Transkript

Ist die Wahl von Kyriakos Pierrakakis zum Chef der Eurogruppe ein politischer Ritterschlag für Griechenland? Steht das Land damit endgültig nicht mehr unter europäischer Beobachtung, sondern wieder am Steuer? Und ist diese Entscheidung ein Signal für einen Kurswechsel in der europäischen Finanzpolitik oder eher steht er für Kontinuität? Um diese Fragen soll es diesmal bei Yissas Adenauer, dem Podcast für Griechenland und die Region gehen und damit herzlich willkommen. Ich bin Marien Wendt und leite das Büro der Konrad Adenauer Stiftung für Griechenland und Zypern hier in Athen. In diesen Tagen vor Weihnachten kehrt in vielen Teilen Europas etwas Ruhe ein. Zeit für Rückblicke, aber auch für den Blick nach vorn. Und genau in dieser Phase ist auf europäischer Ebene gestern eine wichtige Entscheidung gefallen, die weit über die Feiertage und den Jahreswechsel hinaus seine Wirkung entfalten wird. Der griechische Finanzminister Kyriakos Pierrakakis wurde zum Vorsitzenden der Eurogruppe gewählt. Diese Wahl ist nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern aus meiner Sicht auch ein starkes Signal für Griechenland und seine neue Rolle in Europa nach Jahren der Krise heute wieder im Zentrum europäischer Finanz - und Wirtschaftspolitik. Was bedeutet diese Entscheidung für Griechenland, für die Eurozone, für die künftige Ausrichtung auch der Finanzpolitik in Europa? Darüber spreche ich hier im Podcast mit Lena Dupont, Mitglied des Europäischen Parlamentes. Zunächst aber wie immer die Nachrichten der letzten Tage mit der Olga im ersten Nachrichtenblock. Bauernproteste in Griechenland In Griechenland halten seit Anfang Dezember landesweite Bauernproteste an. Landwirte blockieren Autobahnen, Grenzübergänge und sogar Zufahrten zu Flughäfen, unter anderem auf Kreta und an der A1 zwischen Athen und Cechaloniki. Anlass sind verzögerte EU -Agrarsubventionen und Forderungen nach sofortiger finanzieller Unterstützung. Die Regierung signalisiert Gesprächsbereitschaft, warnt jedoch vor weiteren Verkehrsbehinderungen. Neues EU -Migrationsabkommen Beim EU -Innenminister -Treffen in Brüssel in dieser Woche haben Griechenland und die weiteren Mitgliedsstaaten eine Einigung zur Umsetzung des neuen europäischen Asyl - und Migrationspakets erzielt. Migrationsminister Athanasios Plevris erklärte, dass Athen und Berlin vereinbart haben, alte Dublin -Fälle irregulärer Weiterreisen zu löschen. Ab Mitte 2026 soll die Rückführung von Migranten, die erstmals in Griechenland Asyl beantragt haben, wieder möglich werden. Ein zentraler Punkt des Paketes. Und das war der erste Teil der Nachrichten mit der Olga. Gestern fiel in Brüssel eine wichtige Personalentscheidung. Der griechische Finanzminister KKyriakos Pierrakakis wurde zum Vorsitzenden der Euro -Gruppe gewählt. Was bedeutet diese Wahl für Griechenland, für die Eurozone und wohl auch für die künftige Ausrichtung der europäischen Finanzpolitik? Darüber spreche ich nun im Podcast mit Lena Düpont. Sie ist Mitglied des Europäischen Parlamentes, war gestern in Brüssel also ganz nah dran an den Entscheidungen und ich heiße Sie herzlich willkommen hier bei Yissas Adenauer. Herzlichen Dank dafür, dass ich mit dabei sein darf. Ich freue mich aufs Gespräch. Vielen Dank, dass wir uns wieder hören diesmal. Du warst vor zwei Wochen auch in Griechenland gewesen beim Thessanoliki International Symposium. Liebe Lena, gestern wurde, wie gesagt, der griechische Finanzminister KKyriakos Pierrakakis zum Vorsitzende der Euro -Gruppe gewählt, vor zehn Jahren sicherlich eine undenkbare Entscheidung. Was in zehn Jahren alles passieren kann, auch in Europa. Wie ist diese Entscheidung aus deiner Sicht politisch zu bewerten? Er ist natürlich erst einmal ein Riesenerfolg für Griechenland an sich als Land, aber natürlich auch für den Minister selbst sozusagen im Herz der Euro -Gruppe im wahrsten Sinne des Wortes angekommen zu sein. Nach all den schwierigen Entscheidungen, die in Griechenland getroffen werden mussten, nach all den ja auch Entbehrungen, die in der Bevölkerung, in der Wirtschaft insgesamt im Land geleistet werden mussten, ist das natürlich ein wunderbarer Erfolg, zu dem wir auch ganz, ganz herzlich gratulieren und auch all denjenigen, die auf europäischer Seite, im Europäischen Parlament auch beispielsweise an der entsprechenden Politik mitarbeiten, das auch eben ausdrücklich willkommen geheißen haben. Wir sind gespannt auf das, was er jetzt liefern wird. Richtig, eine Wahl ist ein Beginn eines neuen Schrittes und da natürlich die Frage auch, was glaubst du, welche Bedeutung hat diese Wahl erstmal auch für Griechenland selber, wenn wir uns den langen Weg aus der Staatsschulden - und Eurokrise auch anschauen? Naja, das ist, auch wenn es jetzt ein bisschen zynisch klingt, aber es ist natürlich erst einmal eine Riesenanerkennung auch für das, was Griechenland in den letzten Jahren geleistet hat. Es ist ja nicht nur eine politische Entscheidung gewesen, sondern ich hatte wirklich harter Weg gewesen, wo wirklich auch politische Entscheidungen getroffen werden mussten, die die Menschen wirklich im wahrsten Sinne des Wortes auch viel gekostet haben. Und zwar nicht nur finanziell, sondern eben auch in sozusagen instrukturellen Entscheidungen, in politischen Entscheidungen, in wirtschaftlichen Abläufen und so weiter und so fort. Und insofern ist das natürlich ein Wissen, dass wir jetzt, wo die gesamte Europäische Union ja auch in einem wirtschaftlich nicht ganz so einfachen Umfeld ist. etwas ist, wovon wir alle profitieren können. Auch von dem Geist sozusagen, auch von dem Mut, diese Entscheidung zu treffen und vor allen Dingen natürlich auch in Person sozusagen des Finanzministers, auch einfach so diesen frischen Wind mitzunehmen für all das, was wir auf europäischer Ebene, aber insgesamt auch im Rahmen des Euro -Raumes im Bereich der Wirtschafts-, der Finanz-, der Stabilitätspolitik auch verändern müssen. Meinst du, dass Griechenland dort eine gewisse auch, ja, mittlerweile als Geschicht, ist es eher ein Anerkennnis dieses Weges, was Griechenland erreicht hat, oder ist es auch schon mehr so, dass man, dass Griechenland ein Gestalter der europäischen Finanzpolitik wahrgenommen wird, was uns in der nächsten Frage und im nächsten Bereich, vielleicht später noch mal zu der Frage des klassischen Nord -Süd -Konflikts auch in der Finanzpolitik führen könnte. Also ist es eher eine Anerkennung der Leistung. Auch das Südraum ist vielleicht der Süd-, der europäischen Union gegen einen klassischen Nordkandidaten hat er ja sozusagen sich durchgesetzt, gegen einen Belgier. Ich glaube, da sprechen die Zahlen ziemlich für sich. Ich würde da mal nicht unbedingt den Nord -Süd -Konflikt aufmachen wollen oder die Differenz aufmachen wollen, sondern schlicht und ergreifend aus dem Blick einer wirtschaftlichen Entwicklung draufgucken. Wir sehen ja in den letzten Jahren, in den letzten Monaten insbesondere, dass Griechenland im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern einen enormen Wachstumsfahrt hingelegt hat. Mit vielen Entscheidungen auf politischer Ebene, mit einer konsequenten Digitalisierung, mit der Vereinfachung, Entbürokratisierung an vielen Stellen auch dafür gesorgt hat, dass das Land deutlich wettbewerbsfähiger geworden ist, als das vor Jahren der Fall gewesen ist. Du hast es angesprochen ganz am Anfang. Und das ist natürlich ein bisschen eine Mischung aus beidem, sozusagen. Natürlich auf der einen Seite auch die Anerkennung für die Gestaltungskraft, die die griechische Regierung auch an den Tag legt, ja auch das sozusagen wirklich Durchsetzen von harten Reformen, die am Ende ja auch mit dafür gesorgt haben, dass es dem Land jetzt deutlich besser geht. Und insofern ist das etwas, wo wir, glaube ich, aus vielerlei Gründen gerade auch zurecht nach Griechenland schauen, nicht nur was sozusagen den Entwicklungsfahrt der letzten Jahre angeht, sondern vor allen Dingen auch die Frage, wie stellen wir jetzt gerade unsere Wirtschaften insgesamt wettbewerbsfähiger auf, als einzelne Mitgliedstaaten, aber natürlich auch viel, viel wichtiger, wie stellen wir die Europäische Union insgesamt als Binnenmarkt auch wieder wettbewerbsfähiger auf? Und da ist der Input, den der Finanzminister liefern kann, einfach unglaublich gut. Dann nehme ich die Frage auch anschließend, nämlich. Der Eurogruppenvorsitzende ist ja jetzt nicht nur jemand, der da aufpasst, wie das Ganze koordiniert wird. Er ist ja mehr sozusagen auch noch jemand, der eine politische Funktion innehat. Er ist natürlich kein Zentralbanker, also nicht der Präsident der Europäischen Zentralbank, sondern er ist ein politisches Gremium, aber auch ein Stück weit koordiniert, die Eurofinanzminister. Er ist Vorsitzender auch im Bereich des ESM, also des Europäischen Stabilitätsmechanismus, der die Griechenlandhilfe ursprünglich dafür mal gegründet wurde, weil jetzt auch andere Aufgaben waren. Wie wird dieser politische Vorsitz, auch dieses Gremium, noch stärker in die Rolle nehmen, um die europäischen Aufgaben zu lösen? Denn am Ende des Tages, wenn wir Europäerisierung, gewisser Themen sprechen. SAFE, also die Rearm Europe, also der Wiederaufbau der Verteidigungsstruktur in Europa, wenn wir über Infrastrukturfragen reden, sind wir am Ende des Tages auch sehr schnell bei Geldfinanzierungen, gemeinsam Schulden? Also wie wird dieser Vorsitz aus deiner Sicht mehr gestalten und auch mehr über diese politischen Fragen diskutieren und entscheiden? Na ja, du hast es schon angesprochen, es ist eine politische Koordinierungsfunktion sozusagen. Sie sind dafür zuständig, Leitlinien zu entwickeln, die Finanz-, die Wirtschaftsministerien untereinander zu koordinieren, den Input der Mitgliedsstaaten einzusammeln und möglichst kohärente, möglichst gute strategisch zielgerichtete Politik draus zu machen. Das Entscheidungsgremium sozusagen dazu ist ja aber natürlich dann alles das, was im Ecofinrat passiert. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr, sehr wichtiges Gremium, und das eben tatsächlich auch. Und du hast die Herausforderungen angesprochen in Anbetracht einer wirtschaftlich schwierigen Ausgangslage bei gleichzeitig einer sich sehr dynamisch verändernden Sicherheitslage, geopolitisch sich dramatisch verändernden Lage natürlich auch gucken muss, dass wir auf der einen Seite wettbewerbsfähig werden in all den klassischen Bereichen sozusagen, die die Europäische Union hat oder wo wir auch als Binnenmarkt schon stark sind, wo wir sozusagen wo es vielleicht der eine oder anderen Stelle nur in Anführungsstrichen um dem Abbau von Überregulierung geht oder tatsächlich auch Vereinfachung in gemeinsamen Wirtschaften. Und auf der anderen Seite natürlich jetzt auch einen Bereich mit rein nimmt, den wir vorher so tatsächlich gar nicht unbedingt gebraucht haben, weil die Europäische Union darauf nicht ausgerichtet war. Das ist dieser gesamte Rüstungsgüterbereich, in dem wir jetzt natürlich sozusagen aus guten Gründen, aus zynischen aber durchaus guten Gründen, jetzt eben auch ganz anders mit reingehen. Da steckt ein riesen Potenzial drin insgesamt, das auch als Europäische Union über die Eurogruppe gemeinsam auch zu koordinieren und zu strukturieren. Und ich glaube, ich hatte gerade schon einmal kurz angehoben, ich finde den persönlichen Lebensweg auch vom Minister sehr beeindruckend. Also auch die Art und Weise, wie er die Digitalisierung in Griechenland angegangen ist. Das Once -Only -Prinzip, wovon wir ja insbesondere in einem Mitgliedsland, in einem Mitgliedsland, für den wir beide auch stehen, immer noch ein bisschen entfernt sind. Wo wir immer noch gucken können, dass wir wirklich auch viel, sozusagen, die Potenziale von Digitalisierung hegen können. Deswegen glaube ich, dass er in der jetzigen Zeit eine ganz, ganz wichtige Funktion auch übernehmen kann und muss, um sozusagen vielleicht auch das eine oder andere Verstaubte aus den Strukturen ein bisschen rauszuschütten sozusagen. Ob das am Ende dann die gemeinsamen Schulden sind, ich glaube, bis dahin hätten wir, wäre es das Ziel, noch einen sehr, sehr weiten Weg zu gehen. Was aber natürlich klar ist, und das ist ja auch etwas, was im Bereich der Finanzpolitik, aber eben auch der Wachstumsstabilitätspolitik eine große Rolle wird, die Frage Sicherheit ist etwas, was deutlich mehr Gewicht bekommen hat und natürlich auch, siehe Deutschland ja beispielsweise, gerade auch mit dem Sondervermögen, was aus unterschiedlichen Gründen eben auch von den Kriterien ausgenommen ist. Das wird auch weiterhin nicht nur notwendig bleiben, sondern das wird auch weiterhin so bleiben. Können wir überhaupt noch von so einem klassischen Machtgefüge innerhalb der Eurozone oder der Europäischen Union sprechen, zwischen Nord - und Südeuropa, oder sind mittlerweile die Themen und damit auch die Zielstellungen, auch die politischen Zielstellungen, eigentlich harmonisiert? Wenn wir uns anschauen wie Griechenland. sich reformiert hat, wie sie vorfristig, also mehr als gewollt sozusagen Schulden auch zurückzahlen. Sie haben letztens Frankreich sozusagen ausgezahlt, geballt, würde man sagen. Gibt es das überhaupt noch, wie damals debattiert wurde, Nord -Süd -Gefälle? Oder gibt es doch aus deiner Sicht, aus deiner Brüsseler Perspektive, auch im Umgang mit den Kollegen, da mittlerweile ein anderes Verständnis? Nee, ich glaube, die Herausforderungen haben ziemlich deutlich gemacht in den letzten Jahren, dass sich das ein oder andere Gewicht auch verschoben hat. Also wir haben beide gerade angesprochen, der wirklich bemerkenswerte Weg, den Griechenland auch im Bereich des Wachstumspfahls hingelegt hat. Natürlich kommt es jetzt für das Land auch darauf an, das sozusagen nachhaltig zu sichern und sozusagen auch in dann positive Effekte für die Bevölkerung umzusetzen. Aber im ersten Moment ist Griechenland ein Frontrunner geworden, was wirtschaftliches Wachstum und Stabilität angeht. ist natürlich auch ein anderes Gewicht insgesamt dann, wo man tatsächlich sieht, dass die Euro -Gruppe, das ist Frankreich gerade angesprochen, aus unterschiedlichen Gründen ja sozusagen ein bisschen durcheinander gemischt, durcheinander gemixt worden ist in dem Sinne. Ich glaube, dass das eines der Felder ist, wo wir tatsächlich, sagen wir mal, in diesen alten klassischen Nord-, Süd-, Ost-, West -Kategorien gar nicht mehr großartig weiterkommen. Also insofern ja eine gewisse Europäisierung, die da auch eine große Rolle gespielt hat. Die Karten sind neu gemischt. Und ich glaube, dass wir insgesamt davon alle auch ganz gut profitieren können. Dann gibt es natürlich einmal außen drum sozusagen alles das, was uns natürlich, was Mitgliedstaaten unterschiedlich betrifft, je nach geographischer Lage, ganz klassisch die Risikowahrnehmung in den östlichen Mitgliedsländern, in den nordöstlichen, ist natürlich eine ganz andere. als das in den Südlichen der Fall ist. Gleichzeitig haben wir natürlich auch dort im Bereich Verteidigung immer gut aufgestellt gewesen. Extrem viele Erfahrungen auch, die eingebracht werden können. Das heißt, ich glaube, dass sozusagen die Gefahren um uns drumherum auch nochmal ein Stück weit dafür sorgen würden, dass sozusagen Interessenlagen, aber auch Gewichte unterschiedlicher Mitgliedstaaten in der Europäischen Union anders verteilt sind, als das zur Gründung der Europäischen Union sowieso der Fall gewesen ist. Das haben wir tatsächlich auch, als sich in den Krisen der letzten Jahre dann vielleicht auch gezeigt haben. Das bisschen Zynische daran tatsächlich ist, dass jede Krise dann auch irgendwie eine neue Gewichtung mit sich bringt. In der jetzigen Zeit und nicht nur, weil sie jetzt den Vorsitz der Eurogruppe übernommen haben, aber in den Krisen, durch die wir gehen, müssen sozusagen Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit, das Griechenland hervorragend aufgestellt. Und da können wir als Europäische Union ganz viel von dem mitnehmen, was Griechenland uns sozusagen bieten kann. Das war eine schöne Zusammenfassung, glaube ich, dass die Wahl von Pierrakakis, auch wie wir das am Anfang gesagt hatten, nicht nur eine Auszeichnung war für den Weg, den Griechenern gegangen sind, aber vielleicht auch für ein neues Denken in Europa steht, auch dieses Nord -Süd -Debatte, die ich auch so gar nicht wahrgenommen habe jetzt in der Diskussion, vorher auch eine vielleicht anti -griechische Stimmung in den Tagen, zuvor habe ich nirgendswo gelesen, ein positives Zeichen, sondern ein Erkenntnis, dass man doch die gemeinsamen Themen, die Herausforderungen, die weiteren ansteht, auch als Europa zusammennimmt. Das ist, glaube ich, ein schöner Gedanke auch zum Schluss dieses Gesprächs. Ja, wir wissen es nicht immer ganz einfach herzustellen zwischen den Mitgliedstaaten, aber es liegt viel Chance, viel Potenzial schlicht und ergreifend gerade drin. Dafür, für deine Arbeit erstmal dafür auch mal alles Gute weiter. Du wirst natürlich die Arbeit als Parlamentarier der Minister beobachten und kontrollieren in diesem Sinne. Du bist das. erte Mal bei Yiasas Adenauer, dem Podcast für Griechenland und die Region. Und deswegen bekommst du natürlich die Frage, die jeder erste Gast bei uns auch im Podcast bekommt. Liebe Lena, was ist denn deine Lieblingsinsel hier in Griechenland, wenn du nach Griechenland reisen würdest oder reist? Oh, das ist tatsächlich auch deswegen eine schwierige Frage, weil natürlich ich hauptsächlich beruflich unterwegs gewesen bin, wenn ich in Griechenland und natürlich auch viel damit mit dem Thema Asyl und Migration unterwegs gewesen bin. Du kannst dir vorstellen, dass die Eindrücke dann immer ein bisschen anders sind, als wenn man jetzt privat unterwegs gewesen wäre. Ich muss allerdings tatsächlich sagen, auch weil ich so bewundernswert und bemerkenswert fand, wie die Insel das gemacht hat, wie die Insel das für sich organisiert hat. Ich war von Samos beispielsweise sehr angetan. Es ist natürlich eine Insel, die eine enorme Herausforderung auch hinter sich hat, auch wirklich viel, ja, letztendlich auch viele Herausforderungen gemeistert hat, mit viel Kreativität auch da drangegangen ist. Und ich finde, neben dem sozusagen, das was ich von der Insel gesehen habe, ist einfach von der Natur her, von der Lage her unglaublich schön. Wunderbar. Samos, du hattest zu empfehlen eine kleine Perle im Osten, der Ägäis. Vielen Dank für das Gespräch, für deine Zeit und wir machen jetzt weiter mit dem zweiten Nachrichtenteil und der Olga. Griechenland, Top Ziel für Senioren. Der neue Global Retirement Index kürt Griechenland erstmals zum beliebtesten Land weltweit für Senioren, die im Ausland leben möchten. Ausschlaggebend sind Klima -Lebenshaltungskosten, Gesundheitsversorgung und Wohnqualität. Experten betonen die einzigartige Kombination aus mediterraner Lebensweise und vergleichsweise günstigen Ausgaben im Alltag. Olympische Flamme übergeben Im Athena Panathinaikos Stadion wurde in der letzten Woche die Olympische Flamme für die Winterspiele Mailand -Kortina offiziell an Italien übergeben. Der Fackelauf hatte in Alten Olympia begonnen und markiert traditionell die symbolische Verbindung zwischen Griechenland als Geburtsstätte der Olympischen Spiele und dem Gastgeberland. Die Flamme wurde anschließend nach Rom gebracht und startete dort ihren landesweiten Staffellauf. Und das war YIssas Adenauer für heute. Zunächst ein ganz herzlicher Dank für unsere heutige Gesprächspartnerin Lena aus dem Europäischen Parlament für die Einblicke und ihre Einschätzung zur Wahl von Kyriakos Pierrakakis zum Vorsitzenden der Eurogruppe, zu den Chancen und Herausforderungen für Griechenland und die Eurozone. An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank Vasilis Karydas-Yfantis. Er hat in diesem Monat die Conrad Adenauer Stiftung verlassen und neue Verantwortung an anderer Stelle übernommen. Lieber Vasilis, ich persönlich und wir alle danken dir herzlich für deine engagierte Arbeit, für unser Büro, für die Conrad Adenauer Stiftung, aber natürlich auch für Yiasas Adenauer. 42 Folgen haben wir zusammen gearbeitet in der Redaktion, du unter den Kulissen und auch als Gesprächspartner. Dafür alles Gute und vielen Dank. Du bleibst der Kass freundschaftlich verbunden und gehst deinem Weg mit Gottes Segen weiterhin. Noch ein zweiter persönlicher Hinweis auch an dieser Stelle. Viele von euch wissen, dass ich mich ehrenamtlich im Orden von Malta hier in Athen engagiere. Gerade in der Winter - und Weihnachtszeit sehen wir dort, wie dringend Hilfe für obdachlose Menschen gebraucht wird. Medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten, ein Tee oder auch einfach mal ein Wenn ihr diese Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine Spende an die Obdachlosenhilfe des Orden von Malta hier in Athen. Einen entsprechenden Hinweis findet ihr in den Show Notes. Jede Unterstützung hilft und kommt ganz konkret zu 100 % hier vor Ort in Athen an. Wenn euch diese Folge insgesamt gefallen hat, dann freue ich mich, wenn ihr unseren Podcast natürlich abonniert und mit einer Bewertung unterstützt. Habt ihr Themenwünsche oder Hinweise? Dann schreibt gerne an yiasasadenauer@kas.de, yiasas mit Nur einem S. Auch diese E -Mail Adresse gibt es nochmal in den Show Notes. Nun gilt es aber abzuschließen, mein Dank wie immer an die Redaktion, das KAS Team in Athen, die Produktion, Studio Schumann Leipzig und unsere Nachrichtensprecherin Olga Ciozzucco. Wir hören uns im Januar 2026 wieder. Bis dahin wünsche ich euch frohe und gesegnete Weihnachten hier aus Athen, ein paar ruhige Tage, vielleicht Zeit ein Buch zu lesen, nicht ganz so viel stressige Politik zu verfolgen, aber auf jeden Fall viel Kraft zusammen für das neue, was kommt. Kales jodes, apotina fina, yassas und alles Gute, euer Marian Wendt

Feedback geben

Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!

Mit einem Klick auf "Nachricht absenden" erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Deine Daten zum Zwecke der Beantwortung Deiner Anfrage verarbeiten dürfen. Die Verarbeitung und der Versand Deiner Anfrage an uns erfolgt über den Server unseres Podcast-Hosters LetsCast.fm. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Hier kannst Du die Datenschutzerklärung & Widerrufshinweise einsehen.

★★★★★

Gefällt Dir die Show?
Bewerte sie jetzt auf Apple Podcasts