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#45 Zwischen Migration & Abschreckung: Der Einsatz der „Elbe“ in Europas heikelster Zone

08.02.2026 23 min

Zusammenfassung & Show Notes

Host Marian Wendt spricht über den Einsatz des deutschen Marineschiffs Tender „Elbe“ in der Ägäis. Im Mittelpunkt stehen Auftrag und Wirkung der NATO-Mission (seit 2016): Seeraumüberwachung, Beobachtung von Schleusernetzwerken, Lagebilder und Informationsaustausch zwischen Partnern. Gesprächspartner sind Jens Lehmann (MdB, Verteidigungsausschuss) zur politischen Einordnung sowie Dr. Valentin Schneider zur historischen Perspektive (u. a. ein früherer Bundesmarine-Besuch 1964).

Host Marian Wendt nimmt euch mit an Bord des deutschen Marineschiffs Tender „Elbe“ und spricht über den Einsatz der Bundeswehr in der NATO-Mission in der Ägäis (seit 2016). Im Fokus stehen Auftrag und Wirkung: Seeraumüberwachung, Beobachtung von Schleusernetzwerken, Erstellung von Lagebildern und der Informationsaustausch zwischen Partnern. Gesprächspartner sind Jens Lehmann (MdB, Mitglied im Verteidigungsausschuss) zur politischen Einordnung sowie Dr. Valentin Schneider (Philadelphia Verein 1837) mit einer historischen Perspektive auf frühere Besuche deutscher Unterstützungsschiffe in Griechenland (u. a. 1964).


Das erwartet euch in der Folge


  • Was die „Elbe“ in der Ägäis konkret macht: Führungs- und Versorgungsschiff, Koordination der Mission, Präsenz zeigen und Stabilität sichern – mit Fokus auf Lagebild und Kooperation.
  • Warum die Mission politisch relevant bleibt: Jens Lehmann erklärt Hintergründe, Ziele und warum der Einsatz aus seiner Sicht fortgeführt werden sollte – auch wenn Erfolge nicht immer direkt „in Zahlen“ sichtbar sind.
  • Alltag der Besatzung: Einsätze über Monate, regelmäßige Stopps zum Tanken/Proviant sowie das Leben an Bord (bis zu rund 90 Soldatinnen und Soldaten).
  • Tradition & Geschichte: Dr. Schneider berichtet von Archivfunden (Gästebuch/Foto) und einer „Traditionsbrücke“ zwischen dem Besuch eines Tenders 1964 und der „Elbe“ heute.


Nachrichten aus Griechenland


  • Kollision vor Chios: In der Nacht zum 3. Februar kollidiert ein Flüchtlingsboot mit einem Schiff der Küstenwache; es gibt Tote und Verletzte.
  • Arbeitslosigkeit sinkt: Die Quote liegt im November bei rund 8,2%.
  • Östliches Mittelmeer: Militärische Übung vor Zypern und erhöhte Wachsamkeit in der Region.
  • Verfassungsreform: Premierminister Mitsotakis stößt Reformdebatte an; u. a. Thema private Universitäten, parlamentarischer Prozess ab April.



Redaktion: KAS Team Athen ·
Produktion: Studio Schumann, Leipzig ·
Nachrichten: Olga Tsotsokou


Link zur Bundeswehr-Miniserie (Einsatz „Elbe“):
https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/tender-elbe-mission-aegaeis

Transkript

Was macht eigentlich ein deutsches Marineschiff in der Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei? Warum ist diese Region sicherheitspolitisch so sensibel, dass die NATO hier seit zehn Jahren Präsenz zeigt? Und welche Rolle spielt Deutschland konkret, wenn es um Stabilität, Migration und Abschreckung an Europas Südostflanke geht? Calimera und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Yiasas Adenauer, dem Podcast für Griechenland und die Region. Ich melde mich heute mit sehr frischen Eindrücken, denn ich war am Donnerstagabend selbst an Bord eines deutschen Marineschiffes hier in der Ägäis, dem Tender Elbe. Zwischen den griechischen Inseln nur wenige Seenmeilen von der türkischen Küste entfernt, unterstützt die Bundeswehr im Rahmen einer NATO -Mission die Stabilität in einer der wohl sensibelsten Regionen Europas. Ich habe mit der Mannschaft gesprochen, mir den Alltag an Bord angeschaut und wollte verstehen, wie funktioniert dieser Einsatz wirklich und was bedeutet er politisch für Deutschland und Europa. Über meine Eindrücke berichte ich später hier. Außerdem sprach ich mit Jens Lehmann, Mitglied im Verteidigungsausschuss und mit dem Militärhistoriker Dr. Valentin Schneider, der die Historie und den ersten Einsatz eines deutschen Unterstützungsschiffes der Bundesmarine im Jahr 1964 einordnet. Bleiben Sie also gespannt. Schön, dass Sie dabei sind. Zunächst aber wie immer der erste Nachrichtenblock hier aus Griechenland mit der Olga. Flucht ins Ungewisse. Kollision vor Chios. In der Nacht zum 3. Februar kollidierte vor der griechischen Insel Chios ein Flüchtlingsboot mit einem Schiff der Küstenwache. Mindestens 15 Menschen starben. 27 wurden teils schwer verletzt, darunter auch Kinder und schwangere Frauen. Das Boot war ohne Beleuchtung unterwegs und ignorierte Warnungen der Küstenwache, bevor es kenterte. Rettungskräfte, darunter Hubschrauber und private Schiffe, eilten zur Hilfe. Die Küstenwache erklärte, dass solche Vorfälle täglich vorkommen, da immer wieder Boote aus der Türkei oder Libyen versuchen, nach Griechenland zu gelangen. Der Vorfall verdeutlicht die extreme Gefahr der Flucht über das Mittelmeer. Arbeitslosigkeit in Griechenland sinkt auf 8 ,2%. Der Arbeitsmarkt in Griechenland zeigt weiter deutliche Zeichen der Erholung. Im November ist die Arbeitslosenquote auf rund 8 % gesunken. Ein spürbarer Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten weiter gestiegen, was bedeutet, dass immer mehr Menschen Arbeit finden. Auch die Zahl derjenigen, die dem Arbeitsmarkt vollständig fernstehen, etwa wegen Ausbildung oder Ruhestand, geht zurück. Laut der griechischen Statistikbehörde Elstad bestätigt sich damit der positive Trend der letzten Monate. Experten sprechen von einer stabilen, wenn auch vorsichtigen Erholung der griechischen Wirtschaft. Donnerstagabend im Hafen von Piräus. Die Sonne hängt tief über dem Wasser, taucht die Kräne, Fähren und Container an warmes, oranges Licht. Ich fahre mit meinem Roller Richtung Mole, dorthin, wo ich sonst nie bin. Normalerweise starten die großen Fähren zu den Inseln von den Gates E7 bis E9, vielleicht doch E3, wenn es nach Kreta gehen muss. Heute aber geht es weiter raus. Gate 11, militärischer Bereich, direkt neben dem Cruise -Terminal. Für mich ungewohnt. Ich bin gespannt. Eine Einleitung der Bundeswehr, Empfang auf dem Tender Elbe. Ein Schiff, das seit Monaten draußen in der Ägäis unterwegs ist, zwischen Griechenland und der Türkei, mitten in einer der sensibelsten Regionen Europas. Schon am Pier stehen Marine -Soldaten, ruhig, professionell, herzlich, freundlich. Ich werde begrüßt, der Mantel wird mir abgenommen, ein kurzer Blick über die Gangway und dann betrete ich das Schiff. Oben auf dem Flugdeck ein Zelt, fast wie bei einem kleinen Hafenfest. Holsten vom Fass, Currywurst, Kartoffelsalat, ein Stück Deutschland mitten im Mittelmeer. Die Atmosphäre ist erstaunlich locker. Militär -Attachés aus Europa und der ganzen Welt sind da. Gespräche in Deutsch, Griechisch, Englisch, Französisch, Lachen, Hände schütteln und doch spürte ich, dieses Schiff ist heute nicht hier für die Geselligkeit. Der Tender Elbe ist Führungs - und Versorgungsschiff. Von hier aus wird die NATO -Mission in der Ägäis koordiniert. Eine Mission, die seit 2016 läuft. Ihr Auftrag? Schleusernetzwerke beobachten, Lagebilder erstellen, Informationen zwischen Griechenland und der Türkei und der EU austauschen, Präsenz zeigen, Stabilität sichern und wenn nötig helfen, retten, eingreifen. Show the flag, so sagt man im Militärjargon oder einfacher, das Licht anlassen. Allein die Tatsache, dass die NATO hier fährt und Präsenz zeigt, wirkt. Auf griechischer, aber auch auf türkischer Seite. Zwischen Chios und der türkischen Küste, dort wo Migration, Geopolitik, aber auch, wie wir in den Nachrichten gehört haben, menschliche Tragödie aufeinandertreffen, kreuzt die Elbe mit ihren Partnern. Alle paar Tage verlässt sie das Einsatzgebiet zum Tanken, Proviant aufnehmen, ein bisschen Landgang für die bis zu 90 Soldatinnen und Soldaten an Bord. Im Gespräch erzählten sie mir von Weihnachten in Fesel und Nicky, von kurzen Heimflügen von Videotelefonaten mit der Familie. Sicherlich Alltag zwischen Einsatz, aber auch Sehnsucht nach zu Hause. Da kommt nicht immer Seefahrer -Romantik auf. Und während ich dann später langsam über das Deck gehe, das Meer im Dunkeln glitzert und die Lichter von Pireus langsam aufflackern wird mir klar, Sicherheitspolitik klingt oft abstrakt in unseren Foren, in Debattenbeiträgen. Es gibt Strategien, Mandate, Lagebilder. Aber hier sind es Gesichter. Es sind junge Männer und Frauen, die monatelang draußen sind, damit andere wir hier sicher leben können. Und sie sind auch Bindetlied zwischen zwei NATO -Partnern, die politisch nicht immer einer Meinung sind. Und hier sorgt das Schiff für Verbindung. Denn ein griechischer und ein türkischer Offizier sind mit an Bord. Es gibt Verbindung, Gesprächsfäden und auch Transparenz. Und vielleicht ist diese Transparenz auch manchmal nur einfach dafür da, dass niemand alleine da draußen ist. Das ist der Einsatz der Bundeswehr hier in der Ägäis. über die Gründe für den Einsatz und die politische Bedeutung, sprach ich später noch mit Jens Lehmann als Mitglied des Verteidigungsausschusses, der mir aus Leipzig zugeschaltet war. Lieber Jens, herzlichen Gruß hier aus Athen. Vielen Dank für deine Zeit und dass wir in kurz diesen Einsatz auch politisch einordnen können. Ja, auch viele Grüße aus Leipzig. Der NATO -Einsatz zwischen Griechenland und der Zirkei, an dem die Bundeswehr ja beteiligt ist. Was waren die Hintergründe und was sind die aktuellen auch Notwendigkeiten, dass dieser Einsatz so stattfindet aus deiner Sicht und aus Sicht auch des Deutschen Bundestages, der diesen Einsatz ja auch votiert hat? Ja gut, die Mission geht aufs Jahr 2016 zurück. Ob ein NATO -Ratsbeschluss das dort einzuführen, es sind insgesamt vier solcher Missionen in Mittelmeer unterwegs und das ist sozusagen einer von den Vieren, die dort Ja, letztendlich eine Seeraumüberwachung, Schleuserkriminalität überwachen, ohne ein scharfes Mandat. Das sind einfach vier bis fünf Schiffe, unter anderem ist auch das deutsche Tender, wird geführt von einer italienischen Fregatte und einfach zwischen den NATO -Staaten, nicht zwischen den Staaten, sondern mit den NATO -Staaten, Griechenland und Türkei gemeinsam werden dort die Schleuser erfasst, wird ein Lagebild aufgestellt und es ist eine überhöre wichtige Mission auch sozusagen die Schleuser zu bekämpfen und die Kriminalität zu bekämpfen. Kannst du sagen, wie erfolgreich diese Mission ist, sie geht ja schon seit 2016, sie ist also jetzt im zehnten Jahr, wie ist dieser Einsatz aus deiner Sicht erfolgreich, soll der auch weiter fortgesetzt werden? Also aus meiner Sicht soll er fortgesetzt werden, es ist sicherlich nicht in Zahlen messbar, weil die Lagebürder werden an die Küstenwache bzw. an Frontex geliefert und danach wird dann gehandelt, ich nehme an oder ich gehe von aus, dass da auch eine ganze Menge Schleuser auch erstmal abgehalten werden über die Route zu kommen und ich finde es einen ungeheuer wichtigen Einsatz, den wir natürlich immer, er geht über 10 Jahre nun schon, kommt ins 10. Jahr, war Anfang 2016, wo man den sozusagen ins Leben gerufen hat und es geht keinen Einsatz so lange, wenn er jetzt wirklich unwichtig wäre und auch die griechischen und die türkischen Behörden sozusagen, es ist ja auf ihre Initiative, auf ihre Bitten entstanden und nehmen diese Höfe auch sehr gern in Anspruch. Es ist gut zu hören. Wir sehen ja, dass sich die Lage auch im östlichen Mittelmeerraum insgesamt verändert. Wir haben mehr Präsenz von Militär, von Marine. Wir hatten unmittelbar angrenzend an das Mittelmeer natürlich den Kampf gegen die Huti -Rebellen. Wir haben den Unifil -Mandat. Wir haben die Bekämpfung der Schleuser nicht nur in EGES, auch Richtung Libyen natürlich gesehen. Was glaubst du, wie würdest du die aktuelle Situation, die sicherheitspolitische Situation im Mittelmeer einschätzen? Es ist insgesamt eine sehr fragile Situation, wie überall weltweit. Und gerade die NATO, aber auch speziell die europäischen NATO -Staaten und auch Mittelmeeranreiler im weitesten Sinne müssen sich da schon dazu bekämpfen. Das wird gefordert von uns, auch nicht mehr von Donald Trump, sondern auch schon die Jahre vorher. Und es ist insgesamt wichtig, dass wir uns um unsere Dinge kümmern, um die Sicherheit von unseren Handelswegen, von unseren Grenzen. Und da kann die Mission nicht hoch genug bewertet werden in der EGES, aber auch das ganze Mittelmeer, das gesamte Mittelmeer, ist natürlich ja in den letzten Jahren gesehen, die Hubertz -Woodies hast du gerade berichtet. Es ist ein so wichtiger Handelsweg, den man auch aus eigenem Interesse auch sicher gestalten muss. Und da ist die Präsenz, es geht nur um die schiere Präsenz, ist schon enorm wichtig. Und vielleicht als letzte Einschätzung von dir, die Präsenz ist wichtig, das hattest du gesagt. Wie würdest du denn Deutschlands Rolle wahrnehmen? Gerade mit dem Hinblick einmal Schusslands in die Ukraine und der Zeitenwende sehen wir ja eine stärker werdende Verteidigungsbereitschaft in Deutschland. Siehst du noch Luft nach oben, was Deutschlands Rolle hier auch im Mittelmeer angeht? muss man fairerweise sagen, wir sind nicht der Hauptauftragnehmer der NATO im maritimen Bereich, wir haben eine starke Marine und tragen unserem Beitrag bei. Aber insgesamt stützt sich die NATO schon in großen Teilen gerade auf das deutsche Heer ab und auf die Landschleitkräfte und da haben wir auch eine wichtige Rolle jetzt in der NATO Ostflanke und so weiter. Deutschland spielt schon auch in dem Ukraine -Konflikt eine wichtige Rolle, weil nicht nur die Soldaten an sich, Brigade d 'Italia ist vorgestern Dienst gestellt worden, offizielle Kommando übergeben worden, Dienst gestellt ist voriges Jahr im Dezember gewesen. Wir spielen eine wichtige Rolle, wir spielen auch mit unseren Schiffen eine wichtige Rolle, aber wir sind nicht der wichtigste NATO -Marinestaat, das muss man fairerweise auch immer erwähnen. Aber wir leisten insgesamt unseren Beitrag, der wird erwartet von uns und ich glaube auch, dass in Deutschland das immer mehr der Bevölkerung zum tragen kommt. dass wir uns nicht allein oder nicht im Großen und Ganzen auf die USA allein verlassen können, sondern dass wir den Beitrag leisten. Wir haben viel Geld zur Verfügung gestellt, wir frischen unsere Kräfte, wir kaufen Schiffe, was auch sicherlich mit den Märtern zugutekommt, wir kaufen andere Fahrzeuge, wir kaufen Flugzeuge und wir müssen, wir wollen die stärkste konventionelle Armee in Europa werden, hat Friedrich Merz verkündet und da sind wir auf einem guten Weg. Wenn das der Sicherheit beiträgt, Schleuseaktivitäten verhindert und illegale Migration natürlich eingrenzt, dann ist dieser Weg hoffentlich weiterhin zu bestreiten. Dafür vielen Dank für deine Einschätzung, auch alles Gute für deine Arbeit und die Arbeit der Streitkräfte insgesamt weiterhin. Danke. Ja und das Unterstütungsschiff Elbe. ist sozusagen nicht das erste Unterstützungsschiff, was hier in Griechenland anlegt und auch auf Mission ist. Bereits 1964 gab es schon mal ein Unterstützungsschiff der damaligen Bundesmarine, was hier in der Ägäis ist aktiver, was auch Imperius angelegt hat und auch einen deutschen Verein besucht hat. Und wie es dazu kam, was es damals vor über 60 Jahren mit diesem Besuch aussieht, dazu spreche ich jetzt mit Dr. Valentin Schneider. Er ist Vorsitzender des Philadelphia Vereins 1837. Lieber Valentin, herzlich willkommen hier bei Yiasas Adenauer. Ja, danke Marian für die Einladung. Ja, wir waren am Donnerstagabend auf der Elbe und da hast du so ein Foto der Kommandanten über von dem Besuch damals der Marinesoldaten hier in Athen und dem Schiff insgesamt. Was hat es damals auf sich? Wie bist du darauf gekommen, dass vor über 60 Jahren schon einmal Soldaten der Bundesmarine und ein Unterstützungs -Schiff hier in IGES aktiv und imperiös eingelegt haben? Einer der Gründe, warum ich mich in dem Verein Philadelphia stark gemacht habe, ist mein Interesse an der Geschichte des Vereins. Wir haben ja eine Vereinskronik, die zum letzten Mal Ende der 90er Jahre aufgelegt wurde. In dieser Vereinskronik wird der Besuch der Besatzung des Tenders Besa 1964 im Vereinshaus damals bezeugt. Und in dieser Kronik ist die Rede von einem Gästebuch, in das sich die Matrosen namentlich verewigt haben sollten. Ich habe mich natürlich dann auf die Suche begeben, in unser Archiv, in unser Vereinsarchiv, nach diesem Gästebuch, was ich dann schließlich auch finden konnte. Und in der Tat, in diesem Gästebuch sind die Einträge der Namen der Matrosen des Tenders Weser und nicht nur die Liste der Matrosen, die den Verein damals besucht haben, sondern auch ein sehr schönes Foto dieses Versorgungsships mit handschrittlicher Annotation. Und als ich von dem deutschen Verteidigungs -Attaché Janus Kaschter eingeladen wurde zu dem Empfang auf der Elbe am Donnerstagabend. habe ich ihm vorgeschlagen, dass es doch eine Möglichkeit wäre, hier vielleicht mit einer Traditionsbrücke zu schlagen zwischen dem Besuch der Elbe 2026 und dem Besuch der Weser 62 Jahre vorher. Und ja, so ist es dann gekommen, dass ich von diesem Foto aus diesem Gästebuch aus unserem Verein, das ich quasi eine Vergrößerung habe, herstellen lassen, das Rahmen lassen, und konnte das dann während des Empfangs der Kommandantin des Schiffs Elbe überreichen. Und ich glaube, du hattest es mir auch erzählt, es gibt ja noch eine wunderbare Koinzidenz, dass ja die damalige Weser, der Tender Weser, der dann ausgemustert wurde einige Jahre später von der Bundesmarine, dann auch in Griechenland im Einsatz war. Genau, das ist fast schon ein Treppenwitz der Geschichte, würde ich sagen. Also die Weser, die ja zu der Rheinklasse gehörte in der Deutschen Marine und in der Bundesmarine, sind die Versorgungsschiffe traditionell nach Flüssen benannt. Und dieses Schiff Weser wurde 1962 in den Dienst der Bundesmarine gestellt und wurde bereits 1968 schon wieder ausgemustert auf den Dienst der Bundesmarine. Aber dieses Schiff, wie das bei so vielen Schiffen ist, taucht dann wieder unter einem anderen Namen auf und zwar unter dem Namen Egeon, wo es unter den zwischen 1976 und 1991 im Dienst der Hellenischen Marine steht. Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, ob dieser Besuch im Piräus 19... 1964 schon das Interesse der Hellenischen Marine quasi an diesem Schiff geweckt hat. Das sei mal dahingestellt, das kann ich nicht belegen. Aber interessant finde ich das schon. Andere Schiffe aus dieser Rheinklasse wurden auch verkauft nach dem Dienst in der Bundesmarine, darunter auch an die Türkei. Sehr spannend. Also sehr interessant auch die Geschichte, diese Unterstützungsboote hier zu erforschen. Wie bist du darauf gekommen, einfach weil du in der Chronik von diesem Besuch erfahren hattest? Und gibt es vielleicht noch eine interessante Begebenheit, die ja aus diesen Unterlagen her gefunden hattest? Ja, also es ist in der Tat so, dass der Verein Philadelphia ja eine starke militärische Tradition eigentlich hat. Also gegründet wurde der Verein hauptsächlich von Unteroffizieren bayerischer Herkunft, die damals mit König Otto nach Griechenland gekommen sind. Es gab auch unter den Gründungsmitgliedern Veteranen, Deutsche, Philelenen, die beim griechischen Freiheitskampf mitgekämpft haben gegen die Osmanen. Und so zieht sich diese militärische Tradition, die in roter Farben durch die Geschichte des Vereins. Und vielleicht kann man noch dazu sagen, dass auch der langjährige Vorsitzende Karl -Heinz Höflinghaus, der zwischen den 60er Jahren und den 80er Jahren vorsitze, da war fast 30 Jahre war er Vorsitzender, der auch einen sehr starken Kontakt zum Volks - und deutschen Kriegsverwerb für Sorge hatte und sich auch eingesetzt hat. für den Bau und die Gründung des deutschen Soldatenfriedhofs in Dionysos Rapendosa. Also gibt es da schon starke Verbindungen und ja, für mich als Militärhistoriker in gewisser Weise, als Historiker des Zweiten Weltkriegs, interessiert mich das natürlich und nun hat sich die Gelegenheit geboten, hier auch in gewisser Weise die Traditionen der Bundeswehr zu unterstützen, indem man eine historische Brücke schlägt zwischen den Sechzigerjahren und heute und ich hoffe, dass dieses Foto, das wir schön im Abendrahmen lassen, auch auf dem Schiff Elbe seinen Platz finden wird. Ich bin sicher, die Kommandantin und die gesamte Mannschaft werden das tun. Lieber Valentin, vielen herzlichen Dank für diesen Einblick, für diesen kleinen Blick in die Vergangenheit und auch die Verbindungen, die Deutschland und Griechenland in der Marine schon damals hatten. Vielen herzlichen Dank dafür. Sehr gerne, Marian. Und hier geht es jetzt weiter mit dem zweiten Nachrichtenteil und der Olga. Steigende militärische Bereitschaft im östlichen Mittelmeer Im östlichen Mittelmeer vor Zypern fand Anfang Februar eine militärische Übung statt, die mit zeitweisen Einschränkungen im Luftraum verbunden war. Die Übung war zuvor über eine Luftfahrtnotiz angekündigt und eng mit der Flugsicherung in Nikosia abgestimmt. Zeitgleich befanden sich mehrere US -Kriegsschiffe in der Region, darunter zwei Zerstörer mit Raketenabwehrsystemen. Beobachter deuteten die verstärkte Präsenz als Zeichen erhöhter Wachsamkeit vor dem Hintergrund der Spannungen rund um den Iran. Die zyprische Regierung betonte jedoch, dass es sich nicht um eine Eskalation handelt, sondern um eine routinemäßige Vorsichtsmaßnahme und es keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohung gebe. Griechenlands Verfassungsreform. mit Sotakis setzt auf strukturelle Veränderungen. Griechenlands Premierminister Kyriakos mit Sotakis hat diese Woche die Debatte über eine umfassende Verfassungsreform eröffnet. In seiner Ansprache kündigte er an, dass die geplanten Änderungen den Beamtenstatus, die Amtszeit des Präsidenten sowie die obersten Gerichte betreffen sollen. mit Sotakis betonte, dass die Verfassung von 1975 zwar immer noch lebendig sei, aber an die Herausforderungen der modernen Zeit angepasst werden müsse, besonders im Hinblick auf Themen wie künstliche Intelligenz und die Klimakrise. Ein weiterer wichtiger Punkt der Reform ist der Vorschlag, private Universitäten in Griechenland zuzulassen, was derzeit in der Verfassung verboten ist. Der parlamentarische Prozess beginnt im April. Um eine Verfassungsänderung durchzusetzen, sind zwei Abstimmungen im Parlament erforderlich, die sich über zwei Wahlperioden erstrecken. Die Regierung hofft, dass diese Reformen Griechenland zu einem modernen Staat führen und das Vertrauen der Bürger stärker werden. Und das war Yiasas Adenauer für heute. Ich bedanke mich sehr herzlich bei unserem heutigen Gesprächspartner, dem Abgeordneten Jens Lehmann und dem Militärhistoriker Dr. Valentin Schneider. Ebenso bedanke ich mich ganz herzlich bei der Mannschaft und Gastfreundschaft des Tenders Elbe. In den Shownotes setze ich einen Link einer Miniserie der Bundeswehr, wo über den Einsatz der Elbe hier im östlichen Mittelmeer berichtet wird. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann freut sich unser ganzes Team, wenn ihr unseren Podcast abonniert und mit einer Bewertung unterstützt. Habt ihr Themenwünsche oder Hinweise, dann schreibt gerne an yiasasadenauer@kas.de Yiasas mit einem S. Die Adresse gibt es auch in den Shownotes. Ganz herzlich bedanke ich mich für die Redaktion, das CAST -Team in Athen, die Produktion Studio Schumann Leipzig und unsere Nachrichtensprecherin Olga Tsotsokou. In zwei Wochen hören wir uns wieder. Bis dahin alles Gute und Yiasas hier aus Athen.

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