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#48 Kastellorizo: Kleine Insel, große Macht

29.03.2026 21 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von Yiasas Adenauer geht es um eine kleine Insel mit großer geopolitischer Bedeutung: Kastellorizo. Marian Wendt berichtet von seinem Besuch auf der südöstlichsten bewohnten Insel Griechenlands und zeigt, warum dieser abgelegene Ort weit mehr ist als nur ein idyllischer Außenposten im östlichen Mittelmeer. Im Zentrum stehen Fragen von Souveränität, Sicherheit, europäischer Präsenz und geopolitischem Einfluss.

Außerdem geht es um aktuelle Entwicklungen in Griechenland und der Region: die steigenden Kraftstoffpreise und die Reaktion der Regierung in Athen, den sicherheitspolitischen Einsatz eines griechischen Patriot-Systems in Saudi-Arabien sowie neue Debatten um Griechenlands Rolle zwischen Europa und dem Nahen Osten. Auch der Tourismus in Griechenland und neue Ermittlungen wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei EU-Geldern werden thematisiert.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem griechischen Nationalfeiertag am 25. März auf Kastellorizo. Marian schildert die Feiern auf der Insel: den Gottesdienst, die Kranzniederlegung, die Parade und die sichtbare Präsenz von Militär, Küstenwache, Polizei und lokalen Institutionen. Gerade an einem Ort wie Kastellorizo wird deutlich, dass nationale Zugehörigkeit hier nicht abstrakt ist, sondern sichtbar gelebt wird.

Im Gespräch ist Nikos Magiafis, Stadtrat auf Kastellorizo, Barbetreiber und Vorsitzender des örtlichen Segelvereins. Er spricht über den Alltag auf der Insel, das Leben in unmittelbarer Nähe zur türkischen Küste, das Verhältnis zu den Nachbarn auf der anderen Seite und darüber, was es bedeutet, an einem so abgelegenen und zugleich politisch sensiblen Ort zu Hause zu sein. Dabei wird auch deutlich, welche Bedeutung Europa für die Menschen auf Kastellorizo hat und welche Herausforderungen vor allem bei medizinischer Versorgung und Infrastruktur bestehen.

Themen der Folge

  • Kastellorizo als geopolitischer Außenposten Griechenlands und Europas
  • Der Streit um Seegrenzen, Einflusszonen und Energieressourcen im östlichen Mittelmeer
  • Der griechische Nationalfeiertag auf einer symbolisch besonders wichtigen Insel
  • Gespräch mit Nikos Magiafis über Alltag, Identität und Nachbarschaft zur Türkei
  • Steigende Benzinpreise und staatliche Entlastungsmaßnahmen in Griechenland
  • Griechenlands sicherheitspolitische Rolle im Nahen Osten
  • Tourismus als Wachstumsmotor und Belastungsprobe zugleich
  • Ermittlungen zu möglichem Missbrauch von EU-Geldern
Gesprächspartner

Nikos Magiafis
Stadtrat auf Kastellorizo, Barbetreiber und Vorsitzender des örtlichen Segelvereins

Zur Petition gegen die Schließung des griechischsprachigen Angebots der Deutschen Welle:

Kontakt

Anregungen, Themenwünsche oder Feedback gerne an:
 yiasasadeanauer@kas.de

Produktion: Studio Schumann, Leipzig

Transkript

Wieso kann eine kleine Insel im südöstlichen Mittelmeer große nationale und internationale Bedeutung haben? Wie begeht Griechenland seinen Nationalfeiertag gerade an einem Ort wie dieser kleinen, entlegenen Insel? Und was passiert aktuell im Konflikt mit dem Iran, und welche Rolle spielt Griechenland dabei? Das sind die Themen dieser Folge und damit herzlich willkommen bei Yiasas Adenauer, dem Podcast für Griechenland und die Region. Heute schauen wir auf die wichtigsten Entwicklungen in Griechenland und der Region. Von den geopolitischen Spannungen im östlichen Mittelmeer über die aktuellen sicherheitspolitischen Fragen. Und ganz konkret wollen wir einen Blick auf die wohl östlichste Insel Griechenlands werfen, Kastellorizo, die ich in den letzten Tagen besuchte. Denn diese kleine Insel steht exemplarisch für vieles, was sich gerade verändert. Es geht um Fragen von Souveränität, von Sicherheit und Einfluss. Bevor wir aber nun gedanklich nach Kastellorizo reisen, gibt es zunächst wie immer die Nachrichten mit Olga. Steigende Kraftstoffpreise, Regierung greift ein. Die steigenden Benzinpreise bringen Griechenlands Regierung unter Druck, doch Athen reagiert jetzt mit konkreten Maßnahmen. Ein Entlastungspaket von rund 300 Millionen Euro soll Haushalte und Unternehmen kurzfristig stabilisieren. Konkret: Diesel wird staatlich subventioniert, der Preis sinkt um etwa 20 Cent pro Liter. Zusätzlich erhalten Millionen Autofahrer eine digitale Tankkarte mit bis zu 60 Euro Unterstützung pro Monat. Gleichzeitig greift der Staat stärker in den Markt ein. Gewinnmargen bei Raffinerien und Tankstellen werden gedeckelt. Ministerpräsident Mitsotakis betonte, die wirtschaftlichen Turbulenzen dürften nicht zu Spekulationen führen. Griechische Patriots im Nahen Osten. Einsatz mit Signalwirkung. Das an Saudi-Arabien ausgeliehene griechische Patriot-Flugabwehrsystem hat am letzten Wochenende eine iranische Rakete abgefangen. Ein Einsatz, der die sicherheitspolitische Rolle Griechenlands unterstreicht. Das System ist seit 2021 im Rahmen einer Mission zum Schutz kritischer Infrastruktur in Saudi-Arabien stationiert. In den vergangenen Tagen kam es dabei erneut zu einem Abfang-Einsatz. Die griechische Regierung betont in Athen, Griechenland leiste damit einen Beitrag zur internationalen Sicherheit und Stabilität in der Region. Ziel sei es, kritische Infrastruktur und Energieversorgung zu schützen. Der Einsatz zeigt: Griechenland agiert längst nicht mehr nur regional, sondern zunehmend als sicherheitspolitischer Akteur zwischen Europa und dem Nahen Osten. Der Flug zwischen den Bergen von Kastellorizo: nicht ganz einfach. Der Pilot wurde extra aus Athen nach Rhodos gebracht, wo wir abgeflogen sind. Die Räder setzten nun auf, ein kurzer Ruck, dann Stille. Kastellorizo. Eine der kleinsten und wohl abgelegensten Inseln Griechenlands. Und doch ein Ort, an dem sich große Fragen entscheiden. Kastellorizo liegt ganz im äußersten Südosten Griechenlands, eine kleine Insel im östlichen Mittelmeer, näher an der Türkei als am griechischen Festland oder zur nächsten griechischen Insel. Nur zwei Kilometer trennen die Insel von der türkischen Küste bei Kaş, bis nach Rhodos sind es über 100 Kilometer und bis zum griechischen Festland noch einmal deutlich mehr. Geografisch ist Kastellorizo damit ein Außenposten, ein Punkt am Rand oder am Anfang der Europäischen Union, je nach Betrachtungsweise. Und genau diese Lage macht die Insel so besonders, denn hier verlaufen nicht nur Grenzen auf der Landkarte, sondern auch politische, wirtschaftliche und strategische Linien. Wer hier landet, und das merke ich schnell, das ist kein gewöhnlicher Ort. Hier geht es nicht nur um das Leben auf einer Insel, sondern um Grenzen, um Einfluss und um die Frage, wie weit Europa eigentlich reicht. Mein Mitarbeiter und ich steigen in das einzige Taxi am Flughafen. Eine Dame, die auch einen Weg in den Ort sucht, nehmen wir mit. Später stellt sich heraus, dass sie die Parteisekretärin von Niki für die Dodekanes-Inseln ist. Kastellorizo, oder Megisti, wie die Insel offiziell heißt, wirkt auf den ersten Blick fast unwirklich ruhig. Bunte Häuser am Hafen, klares Wasser, enge Gassen, zwei Cafés, zwei Tavernen. Doch dieser Eindruck täuscht, denn diese kleine Insel spielt eine Rolle in einem der zentralen geopolitischen Konflikte im östlichen Mittelmeer. Es geht um Seegrenzen, um Energie und um das Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei. Eine Insel am Rand der Karte und gleichzeitig im Zentrum politischer Debatten. Kastellorizo war historisch Teil wechselnder Herrschaftsstrukturen, zunächst im Osmanischen Reich, später unter italienischer Verwaltung. Seit 1947 gehört die Insel völkerrechtlich zu Griechenland. Diese historische Einordnung ist entscheidend, weil sie die heutige Zugehörigkeit und damit auch die rechtliche Ausgangslage im östlichen Mittelmeer bestimmt. Außenpolitisch ist Kastellorizo von zentraler Bedeutung. Die Insel spielt eine Schlüsselrolle bei der Festlegung maritimer Grenzen. Konkret geht es um die Abgrenzung der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszonen, also der Seegebiete, in denen Staaten wirtschaftliche Rechte ausüben können. Der zentrale Streitpunkt ist folgender: Welchen Einfluss haben Inseln auf die Festlegung dieser Seegrenzen? Griechenland beruft sich auf das internationale Seerecht, insbesondere auf das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, und vertritt die Position, dass Inseln grundsätzlich die gleichen Rechte haben wie das Festland. Die Türkei ist diesem Abkommen nicht beigetreten und vertritt eine abweichende Auffassung. Sie argumentiert, dass kleine Inseln in unmittelbarer Nähe zur türkischen Küste keinen vollen Einfluss auf die Abgrenzung haben sollten. Die Konsequenzen dieser unterschiedlichen Positionen sind erheblich. Wird Kastellorizo vollständig berücksichtigt, erweitert sich der potenzielle Einflussbereich Griechenlands deutlich Richtung Osten, bis in Gebiete, in denen Energieressourcen vermutet werden. Wird diese Wirkung eingeschränkt, verschiebt sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Türkei. Kastellorizo ist damit also kein Randthema, sondern ein zentraler Bezugspunkt in der Auseinandersetzung um Seegrenzen, Ressourcen und Einfluss im östlichen Mittelmeer. Hier geht es nicht um Symbolik, sondern um konkrete geopolitische Interessen. Und gerade wegen dieser außenpolitischen Bedeutung ist Kastellorizo natürlich auch militärisch geprägt. Auf der Insel sind rund 200 bis 300 Soldaten stationiert, bei insgesamt etwa 500 bis 600 Einwohnern. Im Sommer sind es bis zu 3000. Das zeigt aber insgesamt: Sicherheit und staatliche Präsenz sind hier kein abstraktes Thema, sondern Teil des Alltags. Umso wichtiger war auch der 25. März, der griechische Nationalfeiertag, der Beginn des Aufstandes gegen die osmanische Besatzung vor gut 200 Jahren. Er wird in ganz Griechenland gefeiert, aber auf Kastellorizo ist er natürlich noch etwas mehr als nur Tradition. Er ist ein sichtbares Zeichen staatlicher Zugehörigkeit. Diese Insel gehört zu Griechenland. Den Tag haben wir mit einer Andacht in der Kathedrale begonnen. Anwesend waren die militärische Führung der Insel, die Küstenwache, die Polizei, der Bürgermeister, alle staatlichen Institutionen, die hier vertreten sind. Im Anschluss folgte die Kranzniederlegung im Hafen vor der dauerhaft stationierten Fregatte. Ein Moment der offiziellen Erinnerung. Und danach die Parade. Wie überall in Griechenland sind es vor allem die Kinder und Schüler, die das Bild prägen, viele in traditionellen Trachten. Dazu die Soldatinnen und Soldaten, die in Formation durch den Ort gingen. Keine große Militärparade wie in Athen, aber doch würdevoll. Denn das ganze Dorf ist auf den Beinen. Man kennt sich, man spricht miteinander und gleichzeitig hat dieser Tag eine klare politische Dimension. Das wird auch in den Reden des Bürgermeisters und des Pfarrers deutlich. Hier geht es nicht nur um Geschichte, sondern auch um Präsenz, um Zugehörigkeit und wiederum die klare Botschaft: Kastellorizo ist Teil Griechenlands. Nach den offiziellen Feierlichkeiten mischt sich das Ganze wieder mit dem Alltag. Die Kinder trinken einen Saft, es gibt Kaffee, man trifft sich in den beiden Cafés der Insel. Ich gehe weiter durch den Ort, spreche ein wenig mit den Menschen und bekomme ein Gefühl dafür, wie sich dieses Leben zwischen Normalität und geopolitischer Bedeutung anfühlt. Ja, und ich bin jetzt hier mit Nikos. Nikos ist Stadtrat, er betreibt eine Bar auf Kastellorizo. Und er ist auch Vorsitzender des örtlichen Segelvereins. Ich habe mit ihm über Kastellorizo gesprochen, über das Leben, über die Lage und auch über seinen Alltag. Dear Nikos, thank you very much for being here. How would you describe Kastellorizo to people who have never been here for the first time? Kastellorizo ist einfach wunderschön und wegen seiner natürlichen Schönheit definitiv einen Besuch wert. Man darf nicht vergessen, dass es zwar ein kleiner Ort ist, aber eine große Geschichte hat. Für seine Größe gibt es dort unglaublich viel zu tun. Es gibt zahlreiche Geschäfte, sodass die Möglichkeiten für Besucher wirklich vielfältig sind. Was macht das Leben hier auf dieser Insel so besonders? Ich glaube, das sind die idealen Voraussetzungen für jemanden, der an einem so wunderschönen Ort wie Kastellorizo leben möchte. Wie fühlst du dich? Wie war die Atmosphäre? Wie war es besonders für dich? Für uns ist es hier einfach noch einmal spezieller. Wie ist es für dich, so nah an der Türkei zu leben, und wie ist dein Verhältnis zur Türkei, zum türkischen Festland? Für uns ist das etwas völlig Alltägliches. Wir sind es einfach gewohnt, so nah an der Türkei zu sein. Mit den Leuten von gegenüber steht nichts zwischen uns. Wir betrachten sie als gute Nachbarn. Sowohl wir als auch sie profitieren voneinander. Es ist ein Geben und Nehmen. In gewisser Weise gefällt uns diese gute Nachbarschaft, die wir hier haben, sehr. Fühlst du manchmal in deinem Leben die besondere Position von Kastellorizo? Geografisch ist es sehr nah an der Türkei, aber es ist sehr weit weg von Griechenland. Fünf Stunden mit der Fähre bis nach Rhodos oder 25 Minuten mit dem Flugzeug. Wie fühlt sich das an? Ist es ein Problem oder ist es ...? Schau mal, für uns ist das absolut kein Problem, weil wir hier einfach daran gewöhnt sind. Wie ich schon vorhin erklärt habe: Jemandem, der hier in den Urlaub kommt oder der sich ganz bewusst dazu entscheidet, auf Kastellorizo zu leben, dem kommt das vielleicht erst einmal komisch vor. Uns aber nicht. Wir sind damit aufgewachsen. Wir mögen es so und haben absolut kein Problem damit. Wie sieht Kastellorizo Europa? Wenn du in Europa bist, in Bratislava, in Berlin, wie wichtig ist Kastellorizo? Also auch in Europa. Das Einzige, was wir meiner Meinung nach noch brauchen, und das sage ich jetzt einmal im übertragenen Sinne für Kastellorizo, ist eine wirklich gute medizinische Versorgung, damit diejenigen, die hierherziehen wollen, davor keine Angst haben müssen. Die Bildung ist ebenfalls ein zentrales Thema, bei dem wir uns meiner Ansicht nach in den letzten Jahren sehr gut entwickelt haben. Und insgesamt halte ich den Lebensstandard hier für sehr hoch im Vergleich zu anderen kleinen Inseln in Griechenland. Europa ist sehr weit weg, aber das ist Europa, und das wollen wir, dass die Menschen in Deutschland, Russland, Frankreich und Italien verstehen: dass Europa so weit ist, dass Zypern das nächste Land ist. Wie fühlen sich die Menschen in der Europäischen Union? Sehen sie sich wirklich als ein Teil davon, oder ist es nur eine Formalität, dass man hier eine europäische Flagge zeigt? Wir alle hier, die Bürger und ganz besonders die Bewohner von Kastellorizo, sind froh, zu Europa zu gehören. Denn dadurch fühlen wir uns gestärkt und sicherer. Solange Europa diese kleine Insel als einen Teil von sich betrachtet, zu dem es steht, gibt uns dieses Bewusstsein eine große Gewissheit für die Zukunft unserer Insel. Wir verlassen Kastellorizo. Mit der Fähre Stavros haben wir gerade abgelegt. Langsam schiebt sie sich aus dem engen Hafen hinaus. Viel Platz war hier nicht, und das merken wir auch. Selbst die griechische Fregatte musste eben noch vom Pier ausweichen, ist hinausgefahren, drehte draußen eine Runde, nach uns wird sie zurückkehren. Ein kleines Manöver, gleich wird sie zurückkehren. Kastellorizo wird hinter uns langsam kleiner. Der Wind nimmt etwas zu, die See wird offener, und wir spüren bereits hier: Die Insel ist abgelegen, aber alles andere als unbedeutend. Wir passieren jetzt die Insel Ro, ein karger Felsen und doch ein Ort mit besonderer Geschichte. Hier lebte Despina Achladiotou, die Frau von Ro. Jahrzehntelang hat sie jeden Tag die griechische Flagge gehisst, ganz allein lebte sie dort, bis zu ihrem Tod 1982. Ein stilles Zeichen mit großer Wirkung, damals wie heute. Vor uns liegen jetzt viereinhalb Stunden auf See. Erst nach Rhodos, dann mit dem Flieger zurück nach Athen. Zeit, um nachzudenken, über eine Insel am Rand oder am Anfang Europas, je nach Betrachtungswinkel. Ich hoffe, dass sie künftig weniger politisch im Zentrum stehen wird und vielmehr mit ihrer Schönheit und der Herzlichkeit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Das bleibt zu hoffen. In dem Sinne: Yiasas Adenauer von Kastellorizo. Und nun die Nachrichten, zweiter Teil, mit Olga. Im Subventionsskandal um die griechische Agrarbehörde OPEKEPE verdichten sich Hinweise auf eine neue Eskalationsstufe. Nach dem ersten Bericht der Europäischen Staatsanwaltschaft vom 19. Juni 2025 gibt es nun Anzeichen für einen zweiten Bericht, der weitere Unregelmäßigkeiten und mögliche politische Verstrickungen beleuchten könnte. Aus Brüssel heißt es, die Ermittlungen würden ausgeweitet. Im Raum stehen zusätzliche Verfahren und mögliche weitere finanzielle Konsequenzen für Griechenland. Die EPPO hatte bereits zuvor deutlich gemacht, dass sie keine Fälle unbeachtet lässt und konsequent gegen Missbrauch von EU-Geldern vorgeht. Für die Regierung in Athen wächst damit der Druck. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen nicht nur neue Ermittlungen, sondern auch Rückforderungen und ein nachhaltiger Vertrauensverlust gegenüber europäischen Partnern. Griechenland startet mit starken Zahlen in die Tourismus-Saison und steuert erneut auf ein Rekordjahr zu. Bereits 2024 verzeichnete das Land rund 36 Millionen Besucher und Einnahmen von über 20 Milliarden Euro, ein historischer Höchstwert. Für 2026 rechnet die Regierung in Athen mit weiterem Wachstum. Tourismusministerin Olga Kefalogianni betonte in dieser Woche in Athen: Unser Ziel ist es, Griechenland als ganzjähriges, nachhaltiges Reiseziel zu positionieren. Gleichzeitig wächst der Druck auf Infrastruktur und Regionen. Themen wie Fachkräftemangel, steigende Preise und Nachhaltigkeit rücken stärker in den Fokus. Die Botschaft ist klar: Der Tourismus bleibt Wachstumsmotor, doch langfristig entscheidet die Qualität über den Erfolg. Und das war Yiasas Adenauer, der Podcast für Griechenland und die Region. Heute mit einem Blick auf Kastellorizo, eine kleine Insel mit großer politischer Bedeutung. Ich empfehle auf jeden Fall eine Reise dorthin, nicht nur aufgrund der politischen Bedeutung, sondern auch im Sommer für ein paar Tage Abschalten und Ruhe. In den Shownotes findet ihr auch noch einmal den Link zur Mitzeichnung der Petition zum Erhalt der Deutschen Welle. Wenn euch diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn ihr den Podcast abonniert und uns eine Bewertung hinterlasst. Habt ihr Themenwünsche oder Anregungen für zukünftige Folgen, dann schreibt mir gerne an yiasasadenauer@kas.de. Die Adresse findet ihr auch in den Shownotes. Die Redaktion: das KAS-Team Athen. Die Produktion: Studio Schumann Leipzig. Und unsere Nachrichtensprecherin: Olga Tsotsokou. In zwei Wochen hören wir uns wieder. Danke und Yiasas aus Athen. Euer Marian Wendt.

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