#50 Deutschland schaut nach Osten – und übersieht den Süden
26.04.2026 21 min
Zusammenfassung & Show Notes
In Folge 50 von Yiasas Adenauer spricht Marian Wendt mit Dr. Mark Speich, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung, über die strategische Bedeutung von Griechenland, Zypern und dem östlichen Mittelmeer.
Im Mittelpunkt stehen die aktuelle Sicherheitslage, der Iran-Konflikt, Europas südliche Flanke, deutsch-griechische Beziehungen und die Frage, wie Deutschland in der Region sichtbarer werden kann. Außerdem: Nachrichten aus Griechenland und Zypern, Eindrücke vom Delphi Economic Forum und ein persönlicher Rückblick auf 50 Folgen Yiasas Adenauer.
In der 50. Folge von Yiasas Adenauer richtet sich der Blick auf die sicherheitspolitische Lage im östlichen Mittelmeer – und auf die Frage, warum Griechenland, Zypern und die Region für Europa und Deutschland immer wichtiger werden. Zu Gast ist Dr. Mark Speich, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Gespräch mit Marian Wendt spricht er über seine Eindrücke aus Athen, Zypern und vom Delphi Economic Forum. Dabei geht es um die Bedeutung der südlichen NATO-Flanke, die Folgen der Eskalation im Nahen Osten, die Rolle Zyperns als strategischer Knotenpunkt und die Frage, wie Deutschland seine Solidarität mit Partnern wie Griechenland und Zypern glaubwürdiger zeigen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das deutsch-griechische Verhältnis. Historische Belastungen – von der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg bis zur Staatsschuldenkrise – wirken bis heute nach. Gleichzeitig betont Marc Speich die großen Chancen einer engeren Zusammenarbeit, besonders in Sicherheits-, Energie- und Zukunftsfragen.
Außerdem geht es um den informellen EU-Gipfel auf Zypern, die politische Lage in Griechenland, neue Entlastungsmaßnahmen der Regierung in Athen sowie Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr. Zum Abschluss blickt Marian Wendt auf 50 Folgen Yiasas Adenauer zurück und verabschiedet sich langsam aus Athen.
Themen dieser Folge:
- Warum das östliche Mittelmeer kein Randgebiet Europas ist
- Die sicherheitspolitische Bedeutung von Griechenland und Zypern
- Deutsch-griechische Beziehungen zwischen Geschichte und Zukunft
- Der Iran-Konflikt und seine Folgen für Europa
- Artikel 42,7 EU-Vertrag und europäische Solidarität
- Deutschlands Rolle an der südlichen Flanke der NATO
- Eindrücke vom Delphi Economic Forum
- 50 Folgen Yiasas Adenauer – Rückblick und Abschied aus Athen
Gesprächspartner:
Dr. Marc Speich, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung
Dr. Marc Speich, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung
Host:
Marian Wendt, Leiter des Auslandsbüros Griechenland und Zypern der Konrad-Adenauer-Stiftung
Nachrichten:
Olga Tsotsokou
Redaktion:
KAS-Team Athen
Produktion:
Studio Schumann Leipzig
Transkript
Wieso rückt eine Insel wie Zypern plötzlich ins Zentrum europäischer
Sicherheitspolitik? Wie verändert der Konflikt mit dem Iran die strategische Lage im
westlichen Mittelmeer? Und welche Rolle spielt Europa zwischen Anspruch und Realität
in einer Region, die zunehmend unter Druck gerät?
Das sind die Themen dieser Folge von Yiasas Adenauer und damit herzlich willkommen aus
Athen. Mein Name ist Marian Wendt und ich leite hier das Büro der
Konrad-Adenauer-Stiftung. Wir schauen heute auf die wichtigsten Entwicklungen in
Griechenland und im östlichen Mittelmeer: vom EU-Gipfel auf Zypern über die
sicherheitspolitischen Auswirkungen der aktuellen Eskalation im Nahen Osten bis hin zu
den Fragen, die sich daraus für Europa ergeben.
Denn eines ist wieder einmal deutlicher geworden: Das östliche Mittelmeer ist kein
Randgebiet, sondern ein Raum, in dem sich europäische Sicherheit entscheidet. Darüber
sprechen wir in dieser Folge mit einem besonderen Gast, nämlich mit Dr. Mark Speich.
Er ist Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung und war in diesen Tagen in Athen
und beim Delphi-Forum. Im Gespräch werden wir uns über seine Eindrücke unterhalten,
aber auch eine Analyse in Bezug auf die Sicherheit hier im östlichen Mittelmeer und
natürlich auf die Anforderungen an Europa vornehmen. Und übrigens verrät er uns auch,
was er das Orakel von Delphi gefragt hätte.
Bevor wir aber in das Gespräch einsteigen, gibt es zunächst wie immer die Nachrichten
von der Olga.
In Athen hat das griechische Parlament am Mittwoch die Immunität mehrerer Abgeordneter
aufgehoben. Betroffen sind insgesamt 13 Parlamentarier, ausschließlich aus der
Regierungspartei Nea Demokratie.
Hintergrund sind Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit
der Behörde für die Auszahlung der EU-Agrarbeihilfen OPEKEPE. Dabei geht es um den
Verdacht der missbräuchlichen Verwendung von EU -Geldern. Ein parlamentarischer
Ausschuss hatte zuvor empfohlen, die Immunität aufzuheben, teilweise auf Wunsch der
Abgeordneten selbst. Nach Ansicht von Analysten entwickelt sich der Fall zunehmend zu
einer politischen Belastungsprobe für die Regierung von Ministerpräsident Kyriakos
Mitsotakis.
Die griechische Regierung hat in Athen in dieser Woche ein neues Entlastungspaket für
die Bevölkerung beschlossen. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte Hilfen im
Umfang von rund 500 Millionen Euro an. Geplant sind unter anderem Zuschüsse für
Energie und Kraftstoffe, zusätzliche Unterstützung für Rentner mit niedrigem Einkommen
sowie Einmalzahlungen für Familien. Die Maßnahmen sollen die folgensteigender
Lebenshaltungskosten abfedern. Die Regierung betont zugleich, dass die Hilfen im
Einklang mit der Haushaltsdisziplin stehen sollen. Ein Balanceakt zwischen sozialer
Entlastung und finanzieller Stabilität.
Bei uns in Griechenland war in dieser Woche der Generalsekretär der
Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Mark Speich, zu Gast. Am Ende seines Besuches habe ich
mit ihm über seine Eindrücke gesprochen.
Was nimmt er mit nach Deutschland und was möchte er vielleicht noch weiterentwickeln?
Lieber Mark Speich, herzlich willkommen hier in Athen. Das kann ich eigentlich nicht
mehr sagen, denn wir sind am Ende Ihres Besuches. Es freut mich, dass Sie sich noch
die Zeit genommen haben, diesen Besuch mit uns zu reflektieren. Sie sind zum dritten
Mal in unserem Büroverantwortungsbereich, wenn man so will, in Griechenland und
Zypern, seit Sie im letzten Sommer Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung
geworden sind. Das könnte man von außen betrachtet als etwas ungewöhnlich bezeichnen,
wenn wir überlegen, dass wir über 100 Büros haben. Warum ist diese Region für Sie
besonders wichtig und interessant?
Ich finde in der Tat, dass die Region von großer Bedeutung auch aus einer deutschen
Perspektive ist.
Es ist völlig selbstverständlich, dass man in Deutschland, wenn es um
Sicherheitsbelange und andere Themen geht, im Moment nach Osten schaut. Wir schauen
auf den Krieg in der Ukraine, wir schauen auf die Bedrohung durch Russland. Das sind
für uns elementare Herausforderungen.
Aber manchmal vernachlässigen wir mit diesem Blick, dass es auch andere wichtige
Regionen in Europa gibt, die auch einen unmittelbaren Einfluss auf Deutschlands
Sicherheit haben, die einen unmittelbaren Einfluss darauf haben, wie sich diese
Europäische Union der Zukunft gestalten wird. Und Griechenland, wenn man so will,
liegt im Herzen genauer dieser südlichen europäischen Region. Und deswegen ist das für
mich auch wirklich persönlich wichtig, hier zu sein, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie
sich die politischen Themen entwickeln und eben auch diesen Blick zu weiten in eine
Dimension, die das östliche Mittelmeer, die südliche Flanke der NATO umfasst.
Gibt es etwas, was Sie in den letzten Tagen überrascht hat? Wir haben Gespräche
geführt mit dem Erzbischof von Griechenland, wir kommen gerade zurück von der
Vize-Außenministerin Papadopoulou, wir waren gestern in Delphi unterwegs. Was hat Sie
vielleicht überrascht, was haben Sie nicht erwartet?
Mir war immer klar, dass das griechisch-deutsche Verhältnis nicht ganz leicht ist,
weil es historisch in mindestens doppelter Dimension überschattet ist. Das ist
natürlich die Dimension des Zweiten Weltkriegs, der NS-Herrschaft, der NS-Besetzung.
Es ist aber auch in ganz anderer Hinsicht die Finanzkrise, die Staatsschuldenkrise und
Deutschlands Haltung hier, die zu einer starken Belastung des griechisch-deutschen
Verhältnisses geführt hat. Das war mir schon klar. Gleichzeitig...
sieht man die enormen Möglichkeiten, die eine engere deutsch -griechische Kooperation
hätte. Und das betrifft nicht nur den Sicherheitsbereich, aber es betrifft auch den
Sicherheitsbereich. Und mein Eindruck ist, dass es zwar eine große Bereitschaft gibt,
dieses Potenzial besser auszuschöpfen, aber dass diese historischen Spannungslinien
immer noch eine Rolle spielen.
Das ist vielleicht dann doch nicht so überraschend, aber doch, wie präsent Geschichte
ist. Und ich meine jetzt nicht nur die antike Kultur, die hier auch präsent ist und
auf die immer wieder Bezug genommen wird, was ich auch eindrucksvoll finde. Nein, es
ist diese jüngere Geschichte, die immer noch eine enorme Rolle spielt und die
vielleicht nicht der einzige Grund ist, aber jedenfalls ein Grund, warum wir dieses
nach vorne gerichtete Potenzial nicht in dem Maße ausschöpfen, wie es möglich wäre.
Diese historischen Beziehungen, diese historischen Erlebnisse, die natürlich passiert
sind: Wir hatten das auch im Gespräch mit der Vize-Außenministerin. Es wurde natürlich
die Besatzung, die Staatsschuldenkrise und verschiedene andere Elemente erwähnt. Was
glauben Sie, was könnte die Konrad-Adenauer-Stiftung, was könnte die deutsche Politik
da noch mehr einbringen? Die Geschichte können wir nicht vergessen machen, aber wir
können ja versuchen, etwas nach vorne zu entwickeln, damit sie keine Belastung für
diese Beziehungen in unserer aktuellen Politik ist. Denn wir haben gemeinsame Themen,
die wir zusammen lösen müssen, wenn wir an die Sicherheitslage und an die Frage der
Energie denken.
Also wo können wir mehr dazu hinwirken, dass dieses Historische nicht zu einer
Belastung wird bzw. bleibt?
Ich bin schon der Auffassung, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung eine ganz wichtige
Rolle dabei spielen kann, diesen Blick nach vorne zu richten. Und das kann man
natürlich theoretisch tun, das kann man durch Berichte tun, das kann man durch das
Reflektieren über diese Möglichkeiten tun. Aber das kann man – und das ist ja, wenn
man so will, Herzstück der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung – auch durch die
Ermöglichung von Begegnung tun. Das hat unterschiedliche Ebenen.
Der Kern ist bei uns natürlich eher die politische Begegnung, der politische
Austausch, die Ermöglichung dieses politischen Dialogs über die Grenzen von Ländern
und Kulturen hinweg. Und das machen wir ja auf eine ganz praktische Weise. Da kann man
auch früher ansetzen. Es war interessant, dass letztlich als Ergebnis des Besuchs beim
Erzbischof auch ganz konkret ein Vorhaben des Jugendaustauschs angesprochen wurde.
Also wir haben uns
in einer zunächst eher abstrakten Form über Kirche und Gesellschaft unterhalten, dann
konkreter über die Rolle, die die Kirche in der griechischen Gesellschaft noch spielt:
anders und lebhafter, muss man sagen, als in Deutschland, sicher auch wahrscheinlich
politisch wirkungsvoller.
Die Kirche ist hier noch stärker gesellschaftliche Kraft, als das bei uns der Fall
ist. Was ich bedauere, aber das ist einfach ein Fakt. Aber am Ende wollte auch der
Erzbischof es nicht bei diesen Erörterungen belassen, sondern hat das Gespräch dann
eben auf die Möglichkeiten des Austausches von jungen Menschen gelenkt, wo die
Stiftung auch mal eine Rolle gespielt hat. Und das finde ich auch schön, dass es so
praktisch geworden ist. Also hier hat die Stiftung, glaube ich, enorme Möglichkeiten,
diese Begegnung und diesen Austausch zu vertiefen. Das machen wir.
Ich würde sagen: nicht in totaler Neutralität, sondern von einem Standpunkt aus. Aber
das ist ja auch genau die Aufgabe, die wir als politische Stiftung haben.
Wir sprechen am Tag, an dem sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf Zypern
treffen. Das Thema Zypern und die Frage des Iran-Kriegs waren bei allen Gesprächen
immer wieder präsent. Der internationale Sekretär und persönliche Berater in EU-Fragen
von Kyriakos Mitsotakis, Tassos Hadjivasiliou, hat bei unserer Veranstaltung auch
Artikel 42 Absatz 7 angesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat gesagt, wir müssen
jetzt überlegen, wie wir diesen Artikel 42 Absatz 7 ausbuchstabieren.
Was glauben Sie, Sie kommen ja aus Deutschland, Sie sind unser Generalsekretär, haben
auch ein sehr gutes Gespür für die politische Lage, für die politischen
gesellschaftlichen Debatten. Wie bereit ist Deutschland, die deutsche Politik und auch
die Gesellschaft, mehr in diese Solidarität zu gehen, wenn es um wirkliche
Sicherheitsfragen geht, um wirkliche Assets? Weil das ja auch die Frage ist,
letztendlich, die uns auch oft in Athen begegnet. Wer hilft uns? Wer kommt uns zu
Hilfe, wenn Zypern angegriffen wird? Wer kommt zu Hilfe, wenn Athen angegriffen wird?
Was glauben Sie, wie sich da die Lage aktuell darstellt in Deutschland?
Ich sehe bei denjenigen, die politische Verantwortung tragen, schon das klare
Bewusstsein, dass Deutschland hier auch ein Zeichen setzen muss, ein Zeichen der
Solidarität und des Mittragens. Diese ganz ursprüngliche Formulierung, das sei nicht
unser Krieg, die ja vom Verteidigungsminister mit Blick auf den Krieg im Iran kam,
Die war ja insofern richtig, als in der Tat die Amerikaner diesen Krieg begonnen
haben, ohne uns zu konsultieren, diesen Krieg geführt haben, ohne uns jetzt näher
einzubinden. Und gleichzeitig ist in der deutschen Politik doch jetzt sehr deutlich
geworden, dass es in einer, wenn man nach vorne schaut, in einer weiteren Dimension
eben doch unser Krieg ist, weil wir unmittelbar betroffen sind. Die, sozusagen,
Blockade der Straße von Hormus hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere
wirtschaftliche Situation, hat Auswirkungen auf die Inflation, hat Auswirkungen auf
die Kraftstoffpreise und hat damit einen Einfluss auf das Leben der Bürgerinnen und
Bürger in Deutschland.
Und wenn wir einen Schritt weitergehen und darüber nachdenken, wie sichern wir
eigentlich nach einem Ende der Kampfhandlungen diese prekäre Situation ab?
dann glaube ich, ist die Erkenntnis da, das muss auch einen deutschen Beitrag geben.
Was wir manchmal unterschätzen nach wie vor aus meiner Sicht, ist die Bedeutung
symbolischer Gesten. Das haben andere Länder vielleicht schon besser verstanden. Also
eine französische Fregatte oder ähnliches entscheidet jetzt auch nicht sozusagen eine
maritime Sicherheitssituation. Aber sie ist doch ein klares Signal der gelebten
Solidarität. Und ich glaube, in dieser Art symbolischer Solidarität, die wichtig ist,
das hat eine psychologische Dimension, könnten wir besser werden.
Das kann ich nur unterstreichen aus dem täglichen Erleben hier in Athen und der
Region, natürlich, was glauben Sie sind die Schlussfolgerungen?
Man muss, glaube ich, kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass die Situation im
Iran sich stabilisieren kann, aber trotzdem Konflikte in der Region bleiben. Wir haben
hier in der Region die Frage Ägypten, wir haben Libyen, wir haben den Libanon. Das
alles sind noch viele Fragezeichen, keine finalen Antworten natürlich. Und auch die
Sicherung der Handelswege ist ja im ureigensten griechischen, aber natürlich auch im
deutschen Interesse. Was wird daraus folgen? Gibt es eine Bereitschaft, hier stärker
präsent zu sein? Das muss nicht nur militärisch sein, sondern auch politisch, weil
das, was uns die Gesprächspartner in Delphi immer wieder gespiegelt haben, war:
Kommt mehr her, seid mehr aktiv. Das wird zumindest eine Aufforderung, wenn jetzt die
Frage, wie wir auf diese Bitte antworten. Aus meiner Sicht werden wir gut beraten,
wenn wir das ernst nehmen.
Also wenn wir hier eine stärkere Präsenz zeigen. Und da geht es nicht nur um Symbolik,
da geht es um mehr. Da geht es auch ums Zuhören. Also die Sensibilität, mit der man
hier auf die Region schaut, wahrzunehmen, sie auch in unser politisches Handeln zu
übersetzen, das glaube ich ist notwendig. Und das wird nur gehen, wenn man in den
unmittelbaren und direkten Austausch geht. Und dazu muss man auch hier vor Ort sein.
Ich bin wirklich froh, dass wir in Delphi waren. Nicht nur weil es ein besonderer Ort
für die griechische Kultur und Geschichte ist, sondern weil es Delphi Economic Forum,
das sich da entwickelt hat.
schon ein sehr, sehr interessanter Ort des Austausches, weit entfernt jetzt von den
Dimensionen einer Münchner Sicherheitskonferenz, aber in einem eindrucksvollen Ausmaß
und einer Intensität der Debatte, die ich wirklich sehr beeindruckend fand. Und auch
hier längst eben nicht mehr nur ein innergriechisches Debattenforum, sondern weit
darüber hinaus auch nicht mehr nur ein europäisches, also wenn man in der starken
Präsenz asiatischer Teilnehmer sieht. Aber die deutsche Seite, wenn man ganz ehrlich
ist, war nicht sehr stark vertreten. Da würde man sich mehr wünschen. Wenn man verärzt
nimmt, dass das hier auch für den griechischen Diskurs ein sehr, sehr wichtiges Forum
ist, dann finde ich, braucht das auch deutsche Stimmen.
Sie sind sehr herzlich eingeladen, auch wiederzukommen nächsten Jahr, auch gerne noch
weitere Personen natürlich mitzubringen aus Deutschland, um diesen Dialog zu fördern.
Das ist sehr wichtig. Und Sie haben, glaube ich, auch die Themen auch angesprochen.
Vielleicht eine letzte Frage mit einem kleinen Augenzwinkern: Wir waren ja in Delphi.
Und wenn man in Delphi ist, wird einem bewusst, wie lang Zeit ist, was Geschichte ist,
wie Reiche untergehen, wie Menschen gedacht haben und wie man sich manchmal früher Rat
geholt hat bei anderen Geistern und Spiritualitäten – wenn man natürlich an die Pythia
denkt. Gibt es eine Frage, die Mark Speich der Pythia gestellt hätte, wenn sie gestern
noch dort gewesen wäre?
Ja, ich würde sagen, wie gelingt der Reformprozess in Deutschland in einer
Koalitionsregierung? Die Frage hätte ich gerne gestellt und wäre neugierig gewesen,
was das Orakel darauf gesagt hätte.
Das ist sicherlich eine Frage, die sehr viele gestellt hätten. Wir hoffen, dass das
Orakel und auch die Bundespolitik in Deutschland gute Antworten finden. Wir dürfen uns
ganz herzlich bedanken, dass Sie hier gewesen sind in Griechenland und Zypern. Alles
Gute weiterhin.
Ich danke ganz herzlich für die Ermöglichung dieses wirklich für mich eindrucksvollen
Besuchs.
Und wir machen jetzt weiter mit dem zweiten Nachrichtenblock und der Olga.
Auf Zypern trafen sich am Donnerstag und Freitag die Staats-und Regierungschefs der
Europäischen Union zu einem informellen Gipfel. Veranstaltungsorte waren unter anderem
Nikosia und Agia Napa. Das Treffen fand im Rahmen der aktuellen EU-Ratspräsidentschaft
Zyperns statt.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen die geopolitische Lage im östlichen Mittelmeer,
der Krieg im Nahen Osten sowie Fragen der europäischen Sicherheit. Der ukrainische
Staatspräsident Selenskyj nahm ebenfalls am Abendessen teil. Mit dem Gipfel rückt
Zypern stärker in den Fokus europäischer Politik und unterstreicht seine Rolle als
strategischer Knotenpunkt in einer zunehmend angespannten Region.
In Athen treibt die Regierung die Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs weiter
voran. Verkehrsministerium und Betreiber der Metro haben die Beschaffung neuer
U-Bahn-Wagen angekündigt.
Insgesamt sollen 500 Millionen investiert werden. Die neuen Züge sollen schrittweise
in den kommenden Jahren eingesetzt werden und insbesondere die stark ausgelasteten
Linien entlasten. Parallel wird auch der Bau der neuen Linie 4 weitergeführt. Ziel ist
es die Kapazität zu erhöhen, die Taktung zu verbessern und das Reisen für die
Fahrgäste angenehmer zu machen. Damit wird deutlich, Infrastruktur bleibt ein
zentrales Zukunftsthema für die Metropolregion Athen.
Und das war die 50. Folge von Yiasas Adenauer, dem Podcast für Griechenland und die
Region. Ein kleiner Meilenstein für uns und für mich ein ganz besonderer Moment, denn
mit dieser Folge verabschiede ich mich auch langsam aus Athen. Ende April gebe ich die
Leitung des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung hier ab, nach intensiven bewegenden und
prägenden Jahren. Nach einer Übergangsphase in Berlin geht es dann weiter in eine neue
Aufgabe in den Norden Osten, auch für die Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine Region, über
die wir hier im Podcast sehr oft gesprochen haben und die ich nun auch persönlich
begleiten werde.
Wenn ich auf diese 50 Folgen zurückblicke, dann waren es Gespräche, Eindrücke und
Entwicklungen, die eines immer wieder gezeigt haben. Griechenland und Zypern, das
östliche Mittelmeer sind kein Rand Europas, sondern ein Zentrum politischer,
historischer und vor allen Dingen auch persönlicher Verbindungen.
Und diese persönlichen Verbindungen stehen auch ganz besonders für Olga, die aus
Griechenland stammt, die hier die Stimme der Nachrichten war und deswegen ein ganz
besonderer Dank auch an dich, liebe Olga, für 50 Folgen Yiasas Adenauer.
Ich möchte mich bei dir bedanken, Marian, und natürlich auch an unsere Gäste ein ganz
großes Dankeschön, dass ich die Möglichkeit hatte, ein paar Nachrichten von meinem
Land nach Deutschland zu übermitteln. Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht, 50 Folgen,
schnell vorbei gegangen, aber trotzdem alles richtig voll mit Nachrichten und
Spannung. Tja, wie das Leben halt so ist, ne?
Wie das Leben so ist hier in Griechenland, es war wirklich wunderbar mit dir, Olga,
nicht nur als Nachrichtensprecherin und Podcasterin, sondern auch als Kollegin,
deswegen auch mal vielen herzlichen Dank.
Ich sage Danke nochmals.
Dieser Podcast war aus meiner Sicht auch ein Format, um die ganze Region ein Stück
besser zu verstehen. Und das geht natürlich immer am besten, wenn man auch die
Menschen aus der Region entsprechend interviewt. Wie immer gilt: Wenn euch diese Folge
gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr den Podcast abonniert und uns eine Bewertung
hinterlasst. Themenwünsche und Anregungen – darauf müssen wir diesmal verzichten, aber
ihr könnt mir trotzdem noch schreiben unter yiasasadenauer@kas.de. Die Adresse gibt es
auch in den Shownotes. Die Redaktion: das KAS-Team Athen. Die Produktion: Studio
Schumann Leipzig. Unsere Nachrichtensprecherin: Olga Tsotsokou.
In einer Woche, richtig gehört, in einer Woche hören wir uns noch einmal mit einer
Sonderfolge zu meinem Abschied, mit einer kleinen Reflexion und einem Rückblick hier
auf die Zeit in Griechenland. Das für heute. Danke und Yiasas, Olga, aus Athen.
Yiasas aus Griechenland.
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