#51 Abschied von Athen: Meine Griechenland-Bilanz
10.05.2026 50 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser besonderen Folge von Yiasas Adenauer blickt Marian Wendt, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung für Griechenland und Zypern in Athen, zum Abschied auf dreieinhalb intensive Jahre in Griechenland zurück. Im Gespräch mit Ronald Meinardus geht es um persönliche Erfahrungen, politische Einblicke und die Frage, warum Griechenland für Deutschland und Europa heute wichtiger ist denn je.
In dieser besonderen Folge von Yiasas Adenauer blickt Marian Wendt, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung für Griechenland und Zypern in Athen, zum Abschied auf dreieinhalb intensive Jahre in Griechenland zurück. Im Gespräch mit Ronald Meinardus geht es um persönliche Erfahrungen, politische Einblicke und die Frage, warum Griechenland für Deutschland und Europa heute wichtiger ist denn je.
Marian Wendt spricht über seinen Weg vom Deutschen Bundestag nach Athen, seine Arbeit für die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Begegnungen mit Politik, Gesellschaft und Zivilgesellschaft sowie über die deutsch-griechischen Beziehungen. Dabei geht es auch um Griechenlands Rolle als sicherheitspolitischer Stabilitätsanker, die Entwicklung der Regierungspartei Nea Dimokratia, die Arbeit politischer Stiftungen und die Frage, was Deutschland von Griechenland lernen kann.
Zum Abschied wird es persönlich: Was bleibt nach dreieinhalb Jahren Athen? Welche Begegnungen prägen? Welche Herausforderungen bleiben? Und welche griechische Insel ist eigentlich Marians Lieblingsinsel?
Themen der Folge:
- Abschied von Athen und persönliche Griechenland-Bilanz
- Dreieinhalb Jahre KAS-Arbeit in Griechenland
- Deutsch-griechische Beziehungen im Wandel
- Griechenland als sicherheitspolitischer Partner Europas
- Politische Netzwerke, Nea Dimokratia und europäische Zusammenarbeit
- Engagement der Malteser und Einblicke in das griechische Rettungswesen
- Die Zukunft des griechischen Programms der Deutschen Welle
- Ausblick auf Marians neue Aufgabe in Ramallah / Jerusalem
Gesprächspartner:
Marian Wendt und Ronald Meinardus
Transkript
Wie hat sich Griechenland im letzten dreieinhalb Jahren
verändert?
Warum ist die Region viel wichtiger für Europa als
viele denken?
Und was ist überhaupt meine Lieblingsinsel in
Griechenland?
Damit: herzlich willkommen zu einer ganz besonderen
Folge von Yiasas Adenauer, dem Podcast für Griechenland
und die Region. Es ist Freitag, der 1. Mai, 8.40 Uhr
morgens.
Ich sitze hier mit meiner Frau im Flughafen in Athen.
Gleich geht es zurück nach Berlin.
Unsere Ausreise steht kurz bevor.
Die letzten Koffer sind gepackt, die Wohnung ist leer,
die letzten Gespräche geführt.
Und während draußen die Maschinen starten und landen,
bleibt für uns ein Moment, um zurückzublicken.
Dreieinhalb Jahre Griechenland.
Dreieinhalb Jahre zwischen Politik, Krisen,
Freundschaften, orthodoxem Osterfest, dem Besuch auf
Berg Athos,
langen Gesprächen über Europa und unzähligen
begegnenden Menschen, die dieses Land geprägt haben.
Wir haben ein Griechenland erlebt, das sich verändert
hat, wirtschaftlich stabiler, außenpolitisch
selbstbewusster und sicherheitspolitisch zu einem
echten Anker Europas geworden.
Gleichzeitig aber auch ein Land, das weiter mit großen
Herausforderungen kämpft.
steigende Lebenshaltungskosten, Fachkräftemangel,
Migration und die Frage, wie junge Menschen ihre
Zukunft
sehen. Und vielleicht ist das die größte Erkenntnis in
dieser Zeit.
Griechenland lässt niemanden neutral zurück. Dieses
Land bewegt Menschen, dieses Land hat uns bewegt.
Mit seiner Geschichte, mit seiner Kultur, mit seiner
Herzlichkeit, aber auch mit seinen vielen
Widersprüchen.
In dieser Folge wird es deshalb etwas persönlicher.
Keine klassische Analyse, keine reine Nachrichtenfolge,
sondern mein ehrlicher Rückblick auf dreieinhalb
intensive Jahre in Griechenland.
Was hat mich überrascht, welche Begegnungen bleiben für
mich, welche Momente werde ich nicht vergessen?
Darüber spreche ich heute in dieser besonderen Ausgabe,
nämlich mit Ronald Meinardus, der mich während einer
Veranstaltung Anfang April mit dem Verein Philadelphia
1837 e.V. interviewt hat.
Und dieses Gespräch haben wir aufgezeichnet. Bleibt
also dran.
Schön, dass ihr dabei seid und herzlich willkommen bei
der 51.
Ausgabe von Yiasas Adenauer, dem Podcast für
Griechenland und die Region.
Ich bin insofern ganz erfreut, dass das stattfindet,
weil ich der Meinung bin, dass Marian Wendt eine für
die
deutsch-griechischen Beziehungen ganz interessante
Geschichte zu erzählen hat.
Und am Ende des Tages ist Philadelphia ein
deutsch-griechischer Verein und in diesen vielen Jahren
seiner
Geschichte hat es ganz interessante Geschichten gegeben
und da passt, glaube ich, der Marian ganz gut ein.
Ich beeile mich jetzt mit einer Bewertung, die wir noch
vielleicht hinterfragen können.
Ich bin der Meinung, als politisch interessierter
Beobachter, dass kein Deutscher das Innenleben der
griechischen Regierungspartei, Nea Dimokratia, heute so
gut kennt wie Marian Wendt, unser Gesprächspartner.
Und das ist natürlich auch eine wunderbare Gelegenheit,
mal seine Einblicke zu erfahren und auch mal so ein
bisschen zu hinterfragen, wie das kommt.
Und dann, das Thema geht ja ausweislich der Einladung
ja auch um die deutsch-griechischen Beziehungen.
Auch da bin ich der Ansicht oder der Überzeugung, wir
kennen uns relativ gut in den letzten drei Jahren, dass
wenige das deutsch-griechische Verhältnis aus einer
Innensicht so gut kennen wie Marian.
Das liegt auch daran, dass ein Netzwerker ist und sehr
gut politisch verdrahtet ist, hier in Griechenland,
aber auch in Deutschland.
Und letztendlich, das wird jetzt ein bisschen, da
werden wir noch mal nachfragen müssen, die auf den Zahn
fühlen.
Du fällst mir schon auf als ein deutscher Offizieller,
offiziell, Offizieller, also ein Vertreter einer
deutschen Institution.
der zum Teil sehr pronunziert nationale griechische
Positionen einnimmt und die auch kommuniziert.
Und man soll vorsichtig sein mit Superlativen.
Ich kenne keinen offiziellen Deutschen, du kannst
sagen, ich bin nicht offiziell, ich bin NGO, aber ich
sage
es einfach mal so, der zum Teil zum Beispiel in der
Zypern-Frage, aber auch in dem griechisch-türkischen
Ding
sich so pronunziert äußert. Also das alles jetzt
vorwegnehmend.
Insofern ist Marian ein wirklich ganz interessanter
Gesprächspartner und ich hoffe am Ende werden sie mir
zustimmen.
Ich hatte mir drei Themenkomplexe vorgestellt, deine
persönlichen Beziehung zu Griechenland und seinen
Menschen, damit wir den Menschen Marian Wendt
kennenlernen.
Dann wollen wir über die Konrad-Adenauer-Stiftung
sprechen und über die politischen Stiftungen in
Griechenland
insgesamt, aber auch das Institut der politischen
Stiftung, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Faktor auch in den deutschen Außenbeziehungen ist. Das
kostet den Steuerzahler viel Geld.
Und dann über die Beziehungen zwischen Deutschland und
Griechenland. Das sind so die drei Schwerpunkte.
Und wir fangen gleich an. Du bist seit Oktober 2022
hier Projektleiter.
Vorher warst du für acht Jahre Mitglied des Deutschen
Bundestags für die CDU.
Und ich habe so ein bisschen recherchiert.
Mir ist da nicht aufgefallen, dass du in einer
besonderen Beziehung oder eine besonders erkennbare
Beziehung
zu Griechenland warst. Wann hast du erstmals Interesse
verspürt?
Und wie kam es, dass du auf einmal hier als
Projektleiter nach Athen entsandt wurdest?
Also vielen herzlichen Dank, die Liebe Ronald, vielen
lieben Dank an den Vorstand, an die Mitglieder und an
dich Valentin vom Philadelphia -Verein, dass ihr mich
eingeladen habt, dass ihr gerne über mich und die
Konrad-Adenauer-Stiftung unsere Arbeit kennenlernen
wollt, das freut mich wirklich sehr.
Und ich hoffe auf einen wunderbaren Abend mit vielen
Gedanken zu Deutschland, Griechenland und wiederum
neuen
Impulsen. Ja, man muss vielleicht ein bisschen
natürlich ausholen.
Also ich habe mich entschieden nicht mehr über den
Bundestag zu kandidieren, weil ich dachte mit 35 muss
man
mal was anderes gemacht haben im Leben als nur den
Bundestag gesehen zu haben.
Ich hatte schon gearbeitet vorher im Bundestag, wurde
dann gewählt als Abgeordneter für Nordsachsen und auch
verschiedene andere Gründe dazu führten, jetzt mal
einen Stopp zu machen.
Und dann kam die Frage, die Adenauer-Stiftung, wir
waren in Kontakt gekommen, weil ich schon viel für die
Adenauer-Stiftung als Abgeordneter natürlich aktiver
war.
Und dann kam so ein bisschen das Thema, ja, wenn sie
nicht mehr im Bundestag sind, dann kommen sie ja zu
uns.
Mehr im Spaß, mehr im Ernst, so wie man das manchmal so
sagt.
Und dann war das ein bisschen die Frage und dann sind
wir aufeinander zugegangen.
Und dann hatte ich gesagt, ich kann mir das doch gut
vorstellen, auch für die Adenauer-Stiftung zu arbeiten,
ich glaube wir passen gut zusammen.
Und hatte dann mich auch gesagt, wo ich mich thematisch
auskenne in der Region, Balkan, mittelöstlicher,
Mittelmeerraum, Nahost, Italien, mittlere Osten, so die
Bereiche.
Das würde mich, glaube ich, interessieren, wenn das
klappen sollte.
Und dann kam die Frage, ob ich mir Athen vorstellen
könnte.
Und ohne vielleicht deine Frage auch zu wegzugreifen,
2020, 2022 hatte ich natürlich wenig Blick von Athen,
von dem Leben hier.
Ich war vor, meine erste Berührungspunkte mit
Griechenland war Staatsschulden in der Finanzkrise,
Abgeordnete
2013.
Das heißt, die Historiker konnten uns wissen, da war
das dritte Griechenland -Rettungspaket im Sommer 2015
zur
Entscheidung an. Und ich habe damit Nein gestimmt.
So, das steht ja nachweisbar, da brauche ich ja nicht
um den heißen Brei herumreden. Das ist so.
Hast du hier aber kein großes Thema draus gemacht,
oder? Und im Nachhinein ist er noch schlauer.
Das ist auch ganz klar.
Für mich war damals nicht vorstellbar, wenn man schon
zwei Rettungspakete auch hatte, schon so viele
Maßnahmen, dass nur ein Drittes …
Gemäß dem Motto, alle guten Dinge sind drei, dass es
jetzt klappt.
Und vor allen Dingen auch nicht in die politische
Führung hatten wir aus der damaligen Sicht in
Deutschland.
Ja, in Deutschland, von der Unionsfraktion vor allen
Dingen, es gab ja 50 Nein -Stimmen bei diesem Paket.
Das muss man sagen, das war ja nicht eine Einzelmeinung
von Marian Wendt, das war ja schon auch eine große,
auch von der breiten Wissenschaft. Nur dein Magen oder
ist das die Anlage?
Nee, das ist die Anlage, ein bisschen. Aber ist kein
Problem. Vielleicht bin ich zu nah dran.
Und da hatte man wenig Verständnis für die politische
Situation und keinen Zutrauen in diese Regierung von
Alexis Tsipras. Das ging natürlich auch um
Verantwortung.
Und da war mein erster Beruhigungspunkt mit
Griechenland.
Ich bin in der ehemaligen DDR geboren, 1985, viele
alt-, viele elenische Gymnasien gibt es da nicht.
Muss man auch dazusagen, Latein ist das höchste der
alten klassischen Sprachen, was man lernen kann in
Sachsen.
Und wenig Griechen gibt es auch in Sachsen, weil wir
die klassischen Gastarbeiter in Ostdeutschland nicht
haben.
Es gibt natürlich mittlerweile vier griechische
Restaurants in meiner Heimatstadt Thurgau, aber mehr
gab es
nicht. Und dann haben wir meine Frau und ich, wir
hatten mal meine jetzige Frau, damalige Partnerin.
Wir sind dann auch, wir hatten mal eine Reise natürlich
gemacht nach Griechenland.
Vorne ab, vorweg sozusagen, also ohne dass klar war,
dass es Griechenland wird, aber wir kannten so ein
bisschen Griechenland natürlich, aber sonst hatte ich
noch wenig Berührungspunkte mit Griechenland.
Und ich kann sagen, es war eine Erfahrung auf jeden
Fall. Gut, da kommen wir gleich zu.
Aber bevor du nach Griechenland gekommen bist, gleich
nachdem du aus dem Bundestag ausgeschieden bist, hast
du
noch eine Sanitäter -Ausbildung gemacht. Genau, ich bin
… Kannst du darüber mal was sagen? Ja.
Das ist ja schon, sagen wir mal, ein Wechsel, ne?
Ja, also … also, als ich aus dem Bundestag
ausgeschieden bin und habe mich entschieden, ich
wusste, es war
klar, dass es Griechenland wird, da lag dann ein Jahr
dazwischen. Und diese Zeit habe ich genutzt.
Also ich bin erstmal über den Atlantik gesegelt.
Ich bin ja Segler, dadurch kannte ich auch schon mal
vorher Griechenland. Und sowas kann man nicht machen.
Mal sagen, ich bin mal fünf Wochen weg, wenn man
Abgeordneter ist oder ein Job ist.
Da braucht man irgendwann mal im Leben so eine Phase,
wo man dann mal so …
Ein Sabbatical hat da irgendwie so ein Off -Zeit, ja,
wie man sagen.
Und da bin ich im Rahmen von der Atlantic Rally for
Cruisers mit einer Crew über den Atlantik gesegelt.
Und das war eine sehr spannende Erfahrung, also ich
kann das jedem nur mal empfehlen, auch zu machen.
Vielleicht seglerisch natürlich, klar, ist es eine
Herausforderung.
Aber nicht so sehr, weil man ja quasi dann ab einem
gewissen Punkt, wir sind von den Kanaren, wenn Sie sich
das vorstellen, so südwestlich runter Richtung den
Kapverdischen Inseln, dann biegt man auf die
Passatroute
ein.
Dann kommt der Passatwind von der Sahara, der bläst im
Herbst, bläst der quasi konsequent rüber in Westen.
Ja, und dann fährt man auf dieser Windstraße quasi mit
den Wellen, fährt man einfach rüber.
Also wir haben zwölf Tage lang die Segel gar nicht
verändert, der Wind kam von hinten, dann hat man die
Segel
so breit gemacht. Und wie lange wart ihr unterwegs? Wir
waren 20 Tage, sechs Stunden unterwegs.
Und wie viele Menschen an Bord? Wir waren 8 plus 1,
also acht Crew und ein Skipper.
Und dann geht man wache, dann hat man Rhythmus und das
ist schon eine Herausforderung, fand ich schon, weil du
nicht mehr richtig schläfst irgendwann mal, du wirst
dann nach zehn Tagen irgendwann unruhig natürlich, also
so, wenn man nur vier, fünf Stunden am Stück immer
schläft, dann schaukelt das, ich hatte vorne die
Bugkabine,
dieser Doppelstockbett, die Koje, ich hatte auch so
eine Halterung, dass ich, wenn das Boot kränkt, dass
ich
nicht runterfalle.
Ja, also das ist dann schon auch irgendwann, nach
zwanzig Tagen ist es dann nochmal gut, kann man meinen,
ja,
ich bin nicht seekrank, aber zwischendurch habe ich
auch mal eine Vomax genommen, weil doch diese
Querwellen,
die dann kamen ab und zu, die schaukeln das Boot
durcheinander und wenn man dann halt nicht richtig
schlafen
kann, irgendwann, das zerrt so ein bisschen ein, es war
eine gute, eine gute seemannschaftliche Erfahrung, die
ich nicht missen möchte.
Und dann wollte ich eine Rettungssanitäter, da habe ich
eine Rettungssanitäterausbildung gemacht.
Im Januar 22, das hatte ich auch schon früher vor mir,
ich hatte diese Blaulichtbereiche immer interessiert.
Und ich bin ja quasi, im Bundestag habe ich
Innenausschuss gemacht, also von oben sozusagen,
Katastrophenschutz, Bevölkerungsschutz, und ich wollte
das aber auch praktisch erleben und wirklich bei den
Leuten sein.
Und ich habe das im Nachhinein, und ich muss sagen, das
ist wirklich eine sehr ehrliche Arbeit, weil, also
wenn man im Rettungsdienst unterwegs ist und die
Menschen haben einen Herzinfarkt, ein
monastromatischer, aber
denen geht es einfach schlecht. Die brauchen jetzt
Hilfe. Die Leute verstellen sich nicht.
Die Leute können doch zu Hause nicht aufräumen.
Wenn sie Besuch haben, dann kann man mal aufräumen,
dann macht man das schön und jeder Streit ist
vergessen.
Aber als Mensch, wenn ich krank bin und die Angehörigen
sind auch aufgeladen, die sind alle ganz klar raus,
ja, da ist nichts verstellter, das ist sehr ehrlich und
das ist eine sehr, sehr nahbare Arbeit, und das geht
natürlich in einen Minutentakt, das war in Berlin. Und
das ist so dein humanistischer Impuls.
Darum bist du auch in der CDU, oder?
ob humanistisch oder das ist einfach, ich finde das
sehr, also ich fand das erstmal sehr, sehr praktisch.
Also in der Politik ist ja immer so, da beschließt man
Gesetze, dann hat das irgendeine Wirkung, aber dort,
wenn ich dort jemanden helfe, hat man sofort auch die
Resonanz und sofort auch eine Reaktion, ja.
Also in deiner Website gibst du erst dein Motto an,
sag's. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, ja.
Genau, von Erik Kessner.
Und was ich schon interessant fand, was ich auch
bemerkenswert fand und ja, sehr bemerkenswert, dass du
hier
dann auch die Malteser, da muss man sagen, wieso
Malteser, nicht Johanniter, aber Malteser und hier dann
auch
aktiv geworden bist, ne?
Ja, also ich hatte so ein bisschen, ich hätte schon zu
Jorwana gesagt damals, ich muss dann, das macht, also
wenn sie diese Blaulichtwebe haben und so ein bisschen
auch Rettungsdienst fahren, ich hätte dann gesagt, ich
muss gucken, dass ich in Krisen auch irgendwie
Rettungswagen fahre, weil das ist ein...
Das klingt ein bisschen hart, weil das natürlich
Menschen brauchen, Hilfe etc., BP, aber das ist für
einen
selber und auch für das ganz konkrete Tun, was sehr
konkret ist und das ist wirklich was Erdendes.
Ich dachte, ich muss mir auch irgendwie einen Weg
finden, da ein bisschen mitzuhelfen, mitzumachen, auch
drin
zu bleiben im System von Fähigkeiten her.
Und der Ralf Piontek, der arbeitet an der Deutschen
Botschaft, ist ja sehr in der katholischen Gemeinde
auch
unterwegs, der ist in Malteser gewesen in Berlin und
hat hier die Malteser-Projekt in meiner deutschen
Schule
mitbegleitet.
Und er hat dann herausgefunden, dass es eine Art in
Gründung befindliche Ortsgruppe, möchte man so sagen,
hier
gibt und hat mich da sozusagen hingebracht und das hat
dann gematcht mit der Botschaft des Orden von Malta,
die
eben so 2023 wieder anerkannt wurden oder erstmalig
anerkannt wurden vom griechischen Staat und dann haben
mich im Kern so ein bisschen hat sich das dann
gefunden, die weil es hier keine Ordensleute gab.
Das müssen also von außen Ordensleute machen, von den
Malteser-Orden, die das hier aufbauen.
Die haben mich dann gebeten, weil die haben gesehen,
wir haben so eine gute Gruppe, ob ich das ein bisschen
mitführen kann und dass man so eine Art ehrenamtliche
Struktur etablieren könnte, so wie das vielleicht man
sich natürlich in Italien, in Deutschland vorstellt.
Aber das ist natürlich eine andere Mentalität, also das
muss man erstmal etablieren.
Aber das war natürlich eine sehr konkrete Arbeit. Also
wir sind unser Haupteinsatzfeld.
Unser Hauptprojekt war hier, ist hier immer noch, auch
heute Abend, Dienstag sind sie wieder unterwegs.
Obdachlosenhilfe, also Wasser geben, Nahrung geben,
aber auch medizinische Betreuung.
Und als Rettungssanitäter war ich immer der medizinisch
Verantwortliche in der Gruppe.
Das heißt, im Kern haben wir hier, also reden wir über
offene Wunden von Obdachlosen, von drogenabhängigen
Menschen, die schwierig natürlich sind, die natürlich
einen entsprechenden Geruch verursachen.
Wir sprechen von Verletzungen, die dann keiner
behandelt, also von Fingerbruch.
Wir sprechen von ein Asthma, das unbehandelt ist, einer
COPD, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung,
also eine Lungenkrankheit.
Und da lernt man natürlich das Straßenleben kennen,
auch das griechische Gesundheitssystem, weil sie ja
wissen, was sehr schwierig ist an dieser Stelle.
Und also ich habe mittags mit dem Ministerpräsidenten
gegessen und abends auf dem Omonia-Platz
die Beine verbunden.
Und vor zwei oder drei Worten hattest du hier eine
hochrangige Delegation aus Sachsen, der
Gesundheitspolitiker aus dem Landtag von Sachsen. Das
war auch alles sehr interessant.
Da kommen wir gleich noch zurück, noch mal so ein
bisschen zurück.
Nach acht Jahren Bundestag, 2022 hast du da den
Abschied genommen aus der aktiven Politik, ne? Genau.
Und als junger Emporkömmling bei der CDU, als Talent,
sag ich mal, wann planst du denn wieder hauptamtlich in
die Politik zurückzukehren? Also Politik kann man nicht
planen.
Ich habe auch nie geplant nach Griechenland gekommen.
Also man so will.
Ich wusste vor zehn Jahren nicht, dass ich hier mal
sitze.
Und ich wusste ja 2006 nicht, dass ich in meinem
Bundestag sitze. Das war ja...
Das ist schwierig zu planen, das ergibt sich, glaube
ich, auch im Leben und so ein bisschen mein Lebenslauf.
Also ich habe jetzt, ich wusste nicht mit elf, dass ich
mal Pilot werde, bei der Lufthansa habe ich dann die
Ausbildung, mit den 40 Jahre Pilot.
Und wie man das als kleiner Junge vielleicht, ja, ich
will Feuerwehrmann werden, weil mein Vater schon
Feuerwehrmann war und dann macht man das.
Das war nie, ich meine, ich bin ja eh mal in der DDR
geboren, für meine Eltern war das, als sie in
Washington
vom Weißen Haus standen 2009, als wir da waren, da war
das für die ein Ding der Möglichkeit.
Die sind ja sozialisiert in einem Land, wo ja das Weiße
Haus so ungefähr wahrscheinlich war wie ein Flug zum
Mond. Ja, also das klingt immer so lachhaft, aber das
muss man sich immer ein bisschen vorstellen.
Und auch für mich, ich komme aus einem Elternhaus, mein
Vater ist Polizist, meine Mutter ist Heilpädagogin,
ich war der erste in der Familie, der studiert hat.
Auch in meinem ganzen familiären Umfeld, auch in die
Generation darunter, mein Opa war Orthopädie
-Schuhmacher
-Meister, meine Oma ist aus dem Sudetenland und
deswegen war das ja alles gar nicht so planbar und dann
plötzlich den Bundestag.
Und auch in der DDR, die Erziehung, das merke ich immer
wieder, ist so ein bisschen, man bewirbt sich nicht um
Aufgaben, man bekommt die.
Und dass wir die Problematik, was wir immer in
Ostdeutsch auch heute noch spüren, warum gibt es so
wenig
Ostdeutsche, in Führungspositionen, weil man nicht
dieses, wir wollen mal was machen, wir machen mal die
Ellbogen ein bisschen breit, dieses, man wartet ein
bisschen zurückhalten und dann wird das schon kommen.
Aber jetzt gerade, wenn du jetzt diese Erfahrung hier
hast in Griechenland und ich meine, ich habe dich ja
beobachtet, es ging ja hier kaum ein Monat, wo du nicht
irgendwelche Kollegen oder Parteifreunde, vielleicht
übertreibe ich jetzt, aber noch sehr häufig hattest du
hier Delegationen, auch von hochrangigen Politikern und
das ist doch ein Netzwerk, das belastet ist, belastbar
ist, für dich auch vielleicht nützlich irgendwann mal.
Ja, natürlich.
Also, erstens ist es unsere Aufgabe, Leute
zusammenzubringen und zweitens lebt man, gerade in
Griechenland,
muss man immer jemanden kennen, der jemanden kennt.
Oh, das ist ja immer problematisch, da kommt der
Gleiche.
Nein, aber natürlich hat die Arbeit im Bundestag eine
große Freude, aber es ist, glaube ich, wenn man
politisch tätig ist, wichtig, auch immer wieder andere
Bereiche zu sehen und festzustellen, dass Politik nicht
nur im Bundestag gemacht wird, dass man auch mal aus
der Berliner Blase rauskommt, auch mal einen anderen
Blick auf Europa bekommt und ich glaube, in
Griechenland bekommt man in sehr gut diesen anderen
Blick auf
Europa, auch gerade zwischen den Welten und von daher
wird man sehen, wo wir in Und das ist, glaube ich, das
Spannende, wir alle sind ja irgendwie aktiv und
deswegen sind sie in den Verein und sind heute Abend
hergekommen und gucken nicht von dem Fernseher und
regen sich über irgendwas auf, sondern sie wollen etwas
verändern, sie wollen etwas Gutes tun und das treibt
mich mal irgendwie so an.
Und das ist ja auch unsere Verantwortung auch vor Gott
und den Menschen einfach, dass man das sinnvoll draus
macht.
Also ich hatte gesagt, dass ich der Meinung bin so auch
aus den Gesprächen, die wir hatten und wenn ich dich
so sehe mit griechischen Politikern, ich kenne keinen
Deutschen, der so gut vernetzt ist mit der Nea
Dimokratia und die Zugänge hat.
Hast du auch gerade so angedeutet, lunch, lunch,
Mittag, Mittagsessen mit Mitsotakis und abends
verheiligt
dort die Kranken. Das hat mich schon sehr, sehr, es ist
typisch Marian Wendt und es ist keine Übertreibung.
Nun ist die Regierungspartei, die Amerikaner würden
sagen, ein deep shit.
Vielleicht ist das eine Übertreibung.
Wie würdest du dann, wenn du jetzt der zentrale Bericht
ist, hast du gerade gemacht, aber jetzt diesem
Publikum in wenigen Sätzen mal sagen, wie ist die
Situation der Partnerpartei Nea Dimokratia in dieser
Situation?
Die Nea Dimokratia ist unter Druck, das merkt sie, und
es gibt für sie den großen Vorteil, dass es keine
Konkurrenz gibt.
Es ist ein konkurrenzloser Markt, und da man ja bei
Wahlen etwas wählen muss, wählen immer noch ein
Drittel,
wir würden aktuell umfragen, ich habe heute noch mal
eine nachgelesen, 33 -34 % der Griechen die Nea
Dimokratia wählen.
Und in jeder politischen Partei ist am Endeffekt
entscheidend für die Machtverhältnisse, wer bringt die
meisten Mandate nach Hause, mit wem gewinnen wir. Das
ist die Währung, die am Ende des Tages immer zählt.
Punkt.
Die Partei ist unter Druck, besonders auch natürlich
gerade in Griechenland, wo das Partei -System sehr auf
die Person des Vorsitzenden, in dem Fall auch des
Ministerpräsidenten, zugeschnitten ist, noch
schwieriger,
und da würde ich sagen
muss man jetzt die Situation abwarten. Ich glaube, ich
sage das mal so ein bisschen ungeschützt.
Und das tut mir vielleicht sogar auch ein bisschen
leid, wenn ich das sage, aber ich glaube dieser
OPEKEPE-Skandal zum Beispiel jetzt gekommen ist, der
wird die Leute nicht abheben.
Weil ich habe das Gefühl, dass viele Griechen einfach
so, naja, das kennen wir doch.
Das ist ja nichts Neues, ja. Das muss man ja erstmal so
feststellen.
Also normalerweise hätte so ein Skandal, wenn da am
Freitag die Hälfte der, gefühlt die Hälfte der
Regierung
zurückdrücken muss, die Hälfte der Fraktion betroffen
ist, dann würde die Umfrage von der Woche nicht nur
minus 0,5 Prozent bei der Regierungspartei verursachen,
der wäre in Deutschland minus 10 Prozent weg.
Aber hier ist das so.
Okay, auch wenn man sich die Zeitungslage dazu
anschaut, dann kann man natürlich über Pressefreiheit
nochmal
reden, ja, aber es ist nicht, dass da nur fünf Artikel
jeden Tag neu kommen und so fort und der und der.
Da gibt es noch andere Themen, die sind wichtig.
Also es hebt die Leute nicht so ab, wie man das
vielleicht erwarten würde, wenn ich da jetzt berichte
nach
Deutschland. Und du siehst, als es ja riesige
Diskussionen vorgezogen oder neu waren, das siehst du
nicht.
Da bist du eher entspannt.
Also ich habe mit allen, denen ich spreche, ich stelle
die Frage sehr oft auch unseren Gesprächspartnern, weil
das natürlich unsere Wünsche ist, die wollen durchs
Durchziehen.
Und das wäre natürlich auch, glaube ich, das ist das
Versprechen, mit dem Mitsotakis es angetreten ist.
Und er versucht schon in seinen grundsätzlichen Sachen,
die er beeinflussen kann, konsequent zu sein.
Er hat jeden Abgeordneten, jeden Minister, der noch
irgendwas falsch gemacht hat.
Also wir erinnern uns an Notis Mitarakis, der 20, 23.
vier Tage lang auf so einer Jacht unterwegs war, wo die
Wald, wo die fahrende Wald drinnen war, sofort musste
der gehen. Jeder, der nur irgendwie erwähnt wird und
irgendein Protokoll, musste sofort gehen.
Ja, das ist Makis Voridis, alle Leute müssen immer, das
ist sehr konsequent.
Und auch in der Nennung des Datums der Wahlen sagt, wir
führen dieses Mandat vier Jahre zu Ende und erst dann
wird gewählt.
Und von da glaube ich an Wahlen im Frühjahr nächsten
Jahres, das muss dann entschieden werden zwischen dem
Ostertermin und so, dass die neue Regierung planmäßig
dann ins Ankommen kann, wenn die Griechen im zweiten
Halbjahr die Ratspräsidentschaft übernehmen.
Und dann glaube ich, kann man auch noch die Erfolge,
die auch aufgestuft sind in Griechenland, die auch
funktionieren, prozessual auch dauerhaft.
Das muss noch mehr verwachsen, glaube ich. In
Griechenland wird das Ganze digital ausgegeben.
Jeder Autofahrer gegen 70 Euro jetzt Gutschein, das
wird einfach digital gemacht über ein Wallet bis Ende
April.
Da würden wir erst mal Prozesse denken, das wäre in
drei Jahren nicht ausgezahlt, wenn man da 100 Euro
geben
würde jedem Bürger.
Also muss man nochmal so überlegen und das ist ja
positive… Aber du hast ja bemüht, die griechischen
Reformerfolge in Deutschland spruchreif und hat es ja
hier scharenweise Politiker und Minister auch
hergebracht. Hat das irgendwas bewirkt?
Also das hat… also erstens kann man objektiv
feststellen, das Meinungsbild in Deutschland bei
Griechenland ist
ein anderes.
Nur noch, vielleicht liegt das daran, dass die
Deutschen immer nicht so sehr zurückschauen, sondern
meistens
nach vorne. Hat die Ebert -Stiftung untersucht.
Wichtiger Hinweis.
Nur 9 % der Deutschen haben ein Verbind mit
Griechenland noch die Staatsschuldenkrise.
Die Deutschen verbinden jetzt mittlerweile mit
Griechenland natürlich Digitalisierung,
Wirtschaftsaufschwung,
Economist, natürlich die gute Sonne, das gute Wetter,
die Menschen. Das Essen hast du vergessen.
Das Essen auf veveos.
Und das habe ich natürlich schon gemerkt 2022, dass das
ein anderes Griechenland ist, ein Griechenland im
Aufbruch.
Und mein Ziel war es, wie es auch unsere Ziele sind,
diese Dialogformate zu stärken und zu zeigen, das ist
nicht mehr das arme Griechenland, was ja am Hundertuch
oder am Tropf der EU nagt de facto.
und die Hilfen brauchst, sondern das ist ein
selbstbewusstes Land, was einen Plan hat mit der neuen
Regierung
und da sozusagen erstens den Entscheidungssträgern das
in Deutschland zu präsentieren, aber auch diese
Kontakte zu verknüpfen, das ist mir halt ganz wichtig
einfach.
Und dadurch entsteht natürlich irgendwann mal auch ein
positiveres Bild in Deutschland, wenn immer mehr Leute
positiv über ein Land berichten, die Presse, die
Regierungsvertreter, die Parlamentsabgeordneten.
Und das hat sich schon verändert.
Das kann man objektiv festlegen, dass das Griechenland
-Bild in Deutschland ein anderes Land gewonnen ist.
Und da hat die Stiftung einen Beitrag geleistet?
Also wenn ich so jetzt mikrosoziologisch, jetzt Andi,
ich hatte ja häufig dann auch das Vergnügen da
eingeladen zu werden und mit diesen Eingeladenen dann
auch zu sprechen, die waren immer guter Dinge, die sind
ganz geschwungen und ganz beherzt und zurückgereist.
Oder war das irgendwie nur Vorzeigediplomatie oder war
das schon?
Wir haben ja Leute, die auch wiedergekommen sind, wir
haben Leute, die auch Initiativenergriff haben.
Und ich glaube, was wichtig ist, da ist die KAS ja
nicht allein in diesem Bereich auch unterwegs, sondern
viele, die Partnerschaften haben, Projekte auf der
Vereinsebene, das Hippokratio-Feuerwehr, im
deutsch-griechischen Jugendwerk, über die Botschaft,
die anderen Stiftungen.
Also jeder ist ja in seinem Bereich unterwegs und ich
glaube, das muss man einfach auch immer wieder
weitermachen.
Weil mir ist das ja die zweite wichtige Säule, die wir
haben, auch als Stiftung und Arbeit, dieses Vernetzen
in Europa. Wir leben auf einem Kontinent, haben die
ähnliche Herausforderung.
Und wir müssen immer eine gemeinsame Lösung entwickeln.
Wir können nicht als 27 Staaten jeder machen, was er
will.
Dann bricht der Laden auseinander und dann sind wir gar
niemand mehr aus der Welt.
Und jemand, der mit einer Frau verheiratet ist, die in
Montenegro geboren ist, in Serbien, Italien
aufgewachsen, in Deutschland, die Universitäten gemacht
hat und deutsche Staatsbürgerin ist und wir jetzt
verheiratet sind, habe ich natürlich doch einen
gewissen europäischen Blick, würde ich sagen.
Das freut mich sehr.
Du hattest erwähnt, die anderen Stiftungen, du bist
hier nicht allein auf Falter Flur, obwohl sehr
erkennbar.
Die anderen sind aber auch hier, die Ebert -Stiftung,
die älteste deutsche Stiftung, die Hans -Seidel
-Stiftung, mit der ihr ganz eng verbunden seid
natürlich, die Rosa-Luxemburg -Stiftung, mit der ihr
nicht so
eng verbunden seid und die Heinrich-Böll -Stiftung, die
in Thessaloniki zu Hause ist und auch eine wichtige
Arbeit in dem Bereich Ich war selber hier, das war eine
ganz andere Zeit, das war noch vor der Vereinigung
oder gleich danach, ne, gleich danach war ich hier
Vertreter der Friedrich-Naumann -Stiftung, die gibt es
jetzt nicht mehr und
Ich erinnere mich daran, dass wir als politische
Stiftung so ein gewisses Maß in der Defensivhaltung
waren.
Also ihr seid politisch, ihr Politiker, ihr seid immer
okay und dann eine Partei steht dahinter, okay.
Und da kam immer so gleich der Vorwurf, ja ihr mischt
euch ja hier ein und was habt ihr überhaupt hier für
eine Legitimation. Das war damals sehr ausgeprägt. Hast
du dieses Gefühl auch?
Hast du da auch ein bisschen Misstrauen? Hast du auch
ein bisschen da Opposition oder ist das entspannter?
Nein, also dieser Vorwurf ist mir überhaupt nicht
begegnet.
Die Frage des verlängerten Arms der deutschen
Regierung, die hier versucht Interessen zu vertreten,
könnte man
ja meinen. Das ist ja zutreffend. Das ist zutreffend,
aber diesen negativen Touch glaube ich.
Die Adenauer-Stiftung ist gegründet worden, das
Auslandsgeschäft insbesondere zuerst mit dem Fokus
Südamerika.
Wir haben da christdemokratische Parteien unterstützt
in Südamerika, ein ganz traditionelles Basisgeschäft
der
70er, 80er Jahre, wo man natürlich sagen kann, na klar,
da hat man Einfluss genommen in den Ländern, dass da
christdemokratische Parteien sich entwickeln, da hat
man Projekte gemacht und hat dann quasi die aufgebaut.
Das ist natürlich schon eine Einflussnahme, würden wir
sagen.
Wenn jetzt irgendwie ein anderes Land kommt und in
Deutschland eine Partei unterstützt und die aufbaut,
würden
wir auch ein bisschen kritisch sehen, sage ich mal so.
Ja, macht doch Herr Trump gerade oder nicht?
Ja, mal gucken. In Wenz ist er gerade nach Budapest
geflogen. Zwingen wir nicht so gut, ne?
Unsere Sache ist die, wir arbeiten nach Zielen.
Also wir sind ja richtigerweise vom Steuerzahler
finanziert, ob das richtig ist, ist grundsätzlich gut
so,
weil das eine Unabhängigkeit schafft, aber es wurde
richtigerweise festgestellt, so wollte ich es dann
ausdrücken.
Und wir haben nach Zielen und arbeiten wir ein, z.B.
die europäische Einigung zu stärken.
Das heißt, dass Griechenland, dass Spanien, dass
Deutschland gemeinsam Position entwickeln, dass solche
Debatten, solche Kommunikationen, wie wir sie vor zehn
Jahren erlebt haben an diesem Beispiel, die uns fast an
den Rand des Zusammenbruchs in Europa gebracht haben,
nicht wieder haben wollen.
Wir wollen, dass sich christdemokratische Parteien, die
FES hat das als sozialdemokratische Parteien, die Bölz
bestimmt mit den grünen Parteien und die
Rundruckslandung, ist das ein bisschen schwieriger,
dass die quasi
auch gemeinsame Debatten führen, dass sie sich
austauschen.
Das ist gewünscht, weil wir wollen, dass wir uns
vernetzen in Europa, gerade von deutscher Seite aus.
den wissenschaftlichen Austausch gerade und das
Expertenwissen im außen-und sicherheitspolitischen
Bereich
stärken. Ja, wir wissen, da gibt es Defizite.
Und ja, es ist, glaube ich, feststellbar, dass es nicht
in jedem Land so eine gute finanzielle Ausstattung für
Konferenzen gibt.
Für Möglichkeiten, wo Experten, Stipendiaten, Studenten
diskutieren können über außenpolitische Zusammenhänge.
Außer es gibt dafür eine rein privat finanzierte
Finanzierung, die es ja auch mittlerweile sehr stark
gibt,
diese Interessen.
Und ich glaube, das macht auch Sinn, dass man
formatisch unterstützt, wie zum Beispiel eine
Sommerakademie an
Universitäten in Ermoupolis, in Thessaloniki, im Delphi
-Forum, dass es einen Thessaloniki Security Forum
gibt, wo wir ein starker Partner sind, dass in
Thessaloniki einmal im Jahr ein ganzer Sonntag lang
debattiert
wird mit 400 Menschen aus der Stadt.
über die Zukunft der künstlichen Intelligenz, über die
Außensicherheitspolitische Lage im Nahen Osten, über
die Zusammenarbeit mit Deutschland.
Das entwickelt, glaube ich, eine Gesellschaft und es
würde vielleicht auch was fehlen, wenn man das nicht
macht.
Und deswegen ist es gut, glaube ich, dass wir dieses
Instrument haben und dass sich der Gesetzgeber da auch
weiter engagiert.
Also du hattest die anderen, die Mitbewerber, sag ich
mal, Ebert und Böll und Seidel hast du erwähnt.
Und es gibt ja auch die Diskussion, also haben wir das
überhaupt nötig oder haben wir überhaupt die Mittel,
dass wir da zu fünfte oder sechs auftreten? Das kostet
ja auch alles sehr viel Geld.
Was ist denn für euch der Alleinvertretungsanspruch?
Was ist das Argument, dass du sagst, ja, die
Adenauer-Stiftung hat etwas, was andere nicht haben und
was es
lohnt, von der Steuerzahler unterstützt zu werden?
Also ich glaube, was die Adenauer-Stiftung auszeichnet,
das hängt natürlich erstens mit ihrer Größe zusammen,
mit ihrer Erfahrung und mit dem Wissen, ist natürlich,
dass wir weltweit sehr, sehr breit verteilt sind.
Also wir haben 120 Auslandsbüros, das heißt, damit
decken wir schon die ganze Welt sehr gut ab und wir
haben
überall einen guten Blick. Und die anderen Stiftungen
haben erstmal weniger Büros.
Die FESA hat um die 70, die Bölz, die gehen um die 50,
40, die konzentrieren sich dann eher auf Länder, auch
wo sie Partner haben. Und damit wird schon der Blick
viel weniger.
Wir haben uns bewusst entschieden, auch in gewisse
Büros zu gehen, auch gewisse Standorte offen zu halten,
um
dort einen Blick zu haben. Wir haben alleine in China
zwei Büros.
Das heißt, wir können aus China berichten, wir wissen,
was da im Land passiert.
Wir können diese Expertise an Unternehmensvertreter
geben.
Wir können Einschätzung an Entscheidungsräte geben, an
die Regierung, an die Botschaft, weil wir dort in den
Ländern auch präsent sind. Wir hatten bis zum Schluss
auch als einzige Stiftung ein Büro in Kabul.
Wir sind im Libanon vertreten, wir bauen jetzt gerade
wieder ein Büro in Syrien auf, um dort Kontakte zu
schmieden zu entsprechenden politischen Kräften.
Wir haben einen Mitarbeiter in Mali, der den gesamten
Sahel abdeckt.
Das heißt, wir haben dort jemanden, der da regelmäßig
berichtet.
Es gibt da keinen Journalisten, weil sich das viele
Medien auch nicht mehr leisten.
Natürlich gibt es auch keine Nachrichtendienstliche
Informationen über Partnernetzwerke, aber es gibt
keinen,
der da auch mal eine politische Analyse macht, der
einen Zugang hat. Südamerika das gleiche.
Das ist ein großer Vorteil, den wir da haben und auch
wieder eine Repräsentanz Deutschlands dadurch
dargestellt wird. Wir haben ja nicht nur die
berichtende Funktion nach Deutschland.
oder nach Europa, wenn man so will, sondern auch
natürlich zu erklären, was passiert sind gerade in
Europa
bzw. in Deutschland, um da Debatten zu führen in den
Ländern und sie bei uns ein Stück weit aufzuhalten.
Gerade Südamerika, die wollen wir doch an Europa
binden, auch in Amerika, US auch.
Ich möchte jetzt noch ein bisschen zurück, wir kommen
so langsam in den letzten Bereichen, das sind die
deutsch-griechischen Beziehungen.
Ich habe mich ein bisschen vorbereitet und mal so ein
bisschen Aussagen von dir auch aufgeschrieben und will
mal das mit dir besprechen.
Nach dem Besuch einer hochrangigen Delegation aus dem
Bundestag, ich war damit involviert, da war auch der
Jens Spahn dabei und dein Freund Hilman Kuban, hast du
auf Facebook geschrieben und ich zitiere dich jetzt,
Griechenland ist und bleibt der wichtigste Partner für
Deutschland und Europa. Wichtigst.
Ich werde immer vorsichtig, wenn ich diesen Superlativ
höre.
Das war im Februar 2023, du warst gerade hier, würdest
du das heute genauso schreiben? Ja.
Das müsstest du uns erklären. Der wichtigste Partner.
Wenn wir auf Prioritäten setzen, was ist, was ist, also
erstmal in Europa sind wir alle wichtig miteinander.
27 Mitgliedstaaten, da darf es keiner fehlen.
Man muss ja sagen, wenn man Wichtigster sagt, muss man
eine Priorität haben.
Warum ist der eine wichtiger als der andere?
So, da kann man ja tausend Gründe finden, warum
Frankreich wichtiger ist als Italien, als Polen, als
Deutschland.
Für mich als konservativen Politiker, und wir sehen es
ja in diesen Tagen, jemand der auch im Innenausschuss
geprägt ist, dass ein Vater bei der Polizei war, meine
Schwester arbeitet bei der Polizei, der
Rettungssanitäter ist, ist für mich die Sicherheit das
A und O.
Die Grundaufgabe des Staates ist die Gewährleistung von
äußeren und innerer Sicherheit.
Und danach kommt der Rest. Was will ich mit einer guten
Bildung, wenn ich einmarschiert werde?
Was bringt mir ein gesundheitliches System, wenn ich
denn nicht klaren Smarodieren durch die Innenstädte
rennen? Sicherheit ist A und O.
Und da muss man sagen, wenn wir jetzt ein Beleg
brauchen, wer hier ein sicherheitsstarker politischer
Partner
in Europa ist, dann kommen wir ganz schnell auf
Griechenland.
Das haben wir jetzt bei der Zypern-Frage gesehen, das
haben wir bei der Sicherung der Handelswege gesehen mit
den Huthi -Rebellen bei Aspides.
Das ist natürlich eine Sichtweise oder eine Prägung,
die ich in den letzten dreieinhalb Jahren auch
aufgenommen habe, aber ich würde immer noch sagen, und
das war natürlich auch um die Abgeordneten Jens Spahn
und Tilman Kuban zu überzeugen, diesen Blick auf
Griechenlandslasten, dass dieser Bogen gerade den
Griechenland wieder und jetzt unter Beweis gestellt
hat, gerade vor dieser aktuellen Kolusse, auch mit den
Patriot auf Karpathos Richtung Bulgarien, Saudi
-Arabien, dieser Bogen der Stabilität, der sich hier in
Südosteuropa, Südeuropa durch Griechenland gebildet
hat, der ist wichtig für Europa und das ist für
Deutschland ein ganz, ganz wichtigster Partner. Es gibt
nur ein Beispiel.
Patriot -Systeme sind ja jetzt jedem bekannt
mittlerweile, er hat noch vor drei Jahren auch nicht
gedacht,
dass jeder weiß, was ein Patriot -System ist.
Was meinen Sie denn, wo kann man in Europa mal mit
diesem System üben? In Saudi -Arabien? Ne, auf Kreta.
Ne, wir meinen üben, das heißt üben heißt nicht
simulieren, sondern man schießt wirklich mal das ab.
Kreta.
Gibt auf Kreta einen Übungsplatz, einen Übungsplatz
würde man sagen, damit kann man dann schießen aufs Meer
und diese Teile werden auch eingesammelt hinterher, die
bleiben da nicht als Schrott.
Da gibt es alleine drei Bundeswehrdienstposten auf
Kreta, die jedes Jahr die große gemeinsame europäische
Übung organisieren, dass dort Patriot -Schießen
stattfinden kann.
Das sind so Informationen, die Marien hat und nicht
viele andere und das ist auch keine
Nachrichtendienstliche
Information, das ist alles erlesbar, da steht immer
große Übungsländer.
Aber das kann man halt hier machen, weil Griechen hat
auch ein Bewusstsein, hier würde auch keiner
diskutieren, oh, was ist mit Umweltschutz und ist das
nicht zu laut und kommen das nur zwischen 6 und 11.
Uhr machen und dann, na ja, fragen Sie mal, was in
Mecklenburg los ist in den Truppenübungsplätzen, wie da
diskutiert wird.
Ich kenne die Diskussion aus Nordsachsen, da wollten
die Truppen, die Bundeswehr wollte 12 mal, wollten sie
auf einer Graslandepiste das Üben auf Graspisten üben,
aber das muss man halt ab und zu mal üben.
Wenn man im Auslandseinsatz ist, da gab es
Riesendiskussionen davor.
Die letzten zwei Jets über Torgau geflogen im Tiefflug,
das muss man auch ab und zu mal üben.
Da gab es eine Diskussion im Lärmschutz, sofort eine
Anfrage bei Facebook, die Zeitung berichtete und so
Riesendebatte darum, ja. Na ja. Gut, ich habe jetzt
noch ein zweites Zitat. Gerne.
Scriptum mahnend, als Bundeskanzler Scholz in Athen
war, Oktober 22, da warst du wieder noch relativ neu
hier,
da schriebst du dann als KAS-Vertreter, wir sind
solidarisch mit Hellas.
Wenn es um die Angriffe aus der Türkei und den Schutz
der EU -Außengrenzen geht, das hört sich gut an, meine
Frage nur, nehmen deine griechische Partner dir diese
Position ab?
Ist das nicht einfach dahingesagt und nicht mit Fakten
hinterlegt und gedeckt?
Ich würde sagen, sie nehmen sie immer mehr ab, weil
natürlich ist die entscheidende Frage, diese Worte, wir
sind solidarisch, wir sind dabei, wir sind in Europa
zusammen, muss man am Ende des Tages, und das geht
natürlich auch zurück auf die erste Frage, mit
Ergebnissen belegen.
Natürlich ist dann im Endeffekt die Frage, ist man
bereit, hier für die Sicherheit auch Griechenlands
einzutreten? Für die Sicherheit Zyperns treten wir ein.
Deutschland hat zwischen Zypern und Libanon im Rahmen
der UNIFIL Fregatte, die auch unterstützt hat, als es
jetzt um die Abwehr der beiden Drohnen, der Detektion
von Drohnen Richtung Zypern geht, ganz klar, und wir
haben die
Das Boot, die Tender Elbe, das ist ein Schiff, über 100
Meter lang, hatten wir auch einen Podcast gemacht, der
in der Gehäste ist, der einfach präsent ist, der die
Griechen und Türken zusammenbringt.
Deutschland ist ein, also erstens musste sich
Deutschland, glaube ich, erst mal in den letzten drei,
vier
Jahren daran gewöhnen, wieder präsenter zu sein, was
die Außen-und Sicherheitspolitik angeht, auch Assets zu
bringen.
Vorher hat es gereicht, wir sind solidarisch, wir
schreiben den Scheck und dann ist das Ganze erledigt.
Ja, vielleicht noch die kolische Außenpolitik, kann man
so beschreiben, der 90er -Jahre.
Und jetzt lernt man, wir müssen was liefern und das
zeigen wir auch an.
Und deswegen gab es auch schnell die entsprechenden
Telefonate, als jetzt diese Krise, und ich nutze das
halt
gerne, weil es, glaube ich, vielen gerade präsent ist.
Es gab schnell die Absprache, okay, die Südeuropäer
kümmern sich um die Südseite, die Spanier schicken was,
die Franzosen schicken was, die Niederländer schicken
was, die Italiener.
Und wir sind für die Ukraine und Norden.
Weil natürlich hätte man nicht gleich sagen können, oh,
wir müssen jetzt in Nordeuropa die Fregatten abziehen
und noch die Patriot -Systeme, das hätte nicht
funktioniert. Weil da ist diese Flanke offen.
Aber nee, man kann sich absprechen, wir sind ja auf
einem Kontinent, die einen machen das, die anderen
machen
das. Und keiner wirft dem anderen deswegen vor, dass er
ja nicht hilft.
Also machen alles paletti, gar kein Problem in den
deutsch-griechischen Beziehungen.
Die deutsch-griechischen Beziehungen sind ja, sie sind
glaube ich in einem großen guten Stand.
Alles paletti, wenn man sagt, alles paletti ist es nie,
es gibt immer Möglichkeiten zur Verbesserung und immer
neue Ideen und neue Projekte.
Aber ich glaube, wir sind in Deutschland mittlerweile
an einem Punkt angekommen, wo wir sagen können,
außen-und sicherheitspolitisch zumindest.
Da gibt es ein immer stärkeres Erkenntnis, dass wir ja
auch gegenseitig helfen können.
Und ich hoffe und wünsche mir, dass es da beim Thema
gerade Verteidigung, weil das auch ein wichtiges Thema
für Griechenland ist, dass es da auch jetzt die
nächsten Schritte geht und vielleicht schon ein
gemeinsames
Verteidigungsabkommen kommt. Da ist ja Luft nach oben.
Ich meine, es gibt kein Verteidigungsabkommen und die
Griechen haben ein Verteidigungsabkommen mit Saudi
-Arabien und mit den Vereinigten Arabischen Imperaten,
aber nicht mit dem wichtigsten Partner in Europa, das
Deutschland ist. Das ist doch eigentlich ein bisschen
skurril, oder nicht?
Das ist skurril und das hängt, glaube ich, an einer
alten, an einem Stück weit überholten… Und Deutschland
hat
eins mit Italien. Deutschland hat eins mit Italien. Es
hängt, glaube ich, mit der alten…
Politik zusammen, dass man versucht hat, immer ein
Ausgleich zu haben zwischen Griechenland und Türkei.
Ich glaube, das hat einen großen Einfluss.
Eben, ich nehme wahr, dass es eine verändernde
Denkweise gibt, was natürlich aber eine Zeit braucht,
bis sich
das so wirklich umsetzt.
Und ich glaube, so ein Verteidigungsabkommen kann auf
vieler Hinsicht für Deutschland und Griechenland gut
sein. Griechen würden gerne mehr mit Deutschland
machen, mit Deutschland sind wir zurückhaltend.
Und natürlich kann man über so ein Verteidigungs-und
Solidaritätsabkommen dann auch Zugänge gewinnen.
Denn natürlich sagt Griechenland, ja, wieso sollen wir
denn in Deutschland was kaufen?
Helfen die uns in Zweifel auch, dann gehen wir doch
lieber zu den Staaten, Israel, die im Zweifel auch was
bringen.
Und deswegen waren diese ganzen Maßnahmen, die man auch
getroffen hat, jetzt gezeigt hat, mit Zypern, wie man
halt solidarisch auch wirklich mit Assets ist, wichtig
für das deutsch-griechische Beziehung.
Und ich sehe in diesem Hinblick zumindest im Bereich
der Sicherheit einen positiven Blick nach vorne.
Okay, dein Wort in Gottes Ohr, da habe ich meine
Vorbehalte noch.
Aber ich halte das mal hier hoch, das kennt ja
hoffentlich alle.
Das ist unser kleines Kampagnenplakat gegen die
Schließung des griechischen Programms der Deutschen
Welle.
Es gibt nichts Gutes außer man tut es und du hast dich
da für den Erhalt der griechischen Programms sehr
eingesetzt. Und da hatten wir diese Petition, ich will
das nicht ausführen.
Was muss passieren in deinen Augen, dass dieser
Beschluss nicht umgesetzt wird? Und siehst du da noch
Chancen?
Naja, was muss passieren?
Also formell natürlich, dass der Grundfunkgerät der
Deutschen Welle diesen Beschluss zurücknimmt.
Also die machen einen Jahresplan, da gibt es ein Budget
und da wurde beschlossen, dass man diese Sparte
schließt.
Und nun ist natürlich die Frage, wieso engagiert sich
der jemand von der Adenauer-Stiftung dagegen?
Und da gibt es nicht Leute, ja, wie kann jemand von der
Adenauer-Stiftung da sich da engagieren?
Das ist doch dann gegen die Regierung. Wer stellt die
Frage?
Na, gibt es ja Personen auch, die natürlich das
Kritische sehen könnten, die sagen, Mensch, das ist
doch gegen
die CDU -Politik, das hat doch der Bundestag
beschlossen, diesen Haushalt.
Und demzufolge muss man auch da folgen als
Regierungsstiftung.
Ich glaube aber, das kann nicht der richtige Ansatz
sein, weil wir erstens in einer Basis Demokratie leben
und
auch Beschlüsse falsch sein können. Und ich glaube, man
hat diese Lenkung, die Wirkung gar nicht bedacht.
Denn der Bundestag hat ja nur gesagt, wir stellen der
deutschen Welle ab sofort so und so viel Geld zur
Verfügung.
Und sie muss entsprechend in ihren Bereichen auch das
entsprechend umsetzen, einsetzen, verschiedene Sachen.
Kein Bundestag, kein Regierungsmitglied hat ja gesagt,
ihr müsst jetzt das Griechenland -Programm schließen.
Dann muss man eine Entscheidung des Verwaltungsrates,
des Rundfunkrates, auf Vorschlag der Intendanz der
Deutschen Welle, weil man einsparen wollte, musste und
hat man sich dafür entschieden.
Man hätte sich wahrscheinlich woanders entscheiden
können.
Bei einem Volumen von 450 Millionen Euro muss die
Deutsche Welle 21 Millionen Euro einsparen, 10
Millionen
Euro kommen quasi, weil das der Gesetzgeber so
vorgeschrieben hat, und weitere 10 Millionen durch
Tariferhöhungen. 11 Millionen sind es, also zusammen 21
Millionen Euro.
Bei 450 Millionen Euro, okay, das sind 5 Prozent, grob
über den Daumen gerechnet.
Das Griechenland -Programm macht 700.000 Euro aus. Also
von 450.000 Euro, 700.000 Euro. 400 Millionen.
400 Millionen, ja.
700.000 Euro, das ist ja nicht mal, boah, das ist ja
nicht mal ein Prozent, sondern die Hälfte.
Das ist ja… Zwei Büros an der politischen Tiefung. Ja.
Zwei Gehrtinstitute. Ja, als Beispiel, ja.
Und das hat liegt bei einem anderen Volumen.
Und da ist die Frage, ob man das natürlich auch nicht
auf anderen Wegen herleitet.
Und ich glaube, man schafft das schon.
Und es gibt natürlich verschiedene Ursachen, warum man
da das Griechenland -Programm genommen hat und nicht in
eine andere Sprache.
Man findet für jede Begründung Sprache in der
Begründung, warum man sie schließt oder nicht schließt,
wenn man
das möchte. Und ich glaube, man war ein bisschen
überrascht über die griechische Reaktion.
Man hatte gedacht, das läuft ja jetzt in Griechenland,
also gut, wir brauchen das nicht mehr.
Und dann war man ein bisschen überrascht, dass auch
Griechenland und Zypern da so auf Kontraposition
hervorruft. Auf hoher politischer Ebene. Auf aller
politischer Ebene.
Also wir sprechen ja von allen Parlamentspräsidenten,
von den Staatspräsidenten, von den Regierungschefs, das
auf allen Ebenen adressieren. Und ich glaube, es gibt
Möglichkeiten, dass wir.
dass wir das auch wieder um, dass es umgedreht wird,
dass sich das verändert.
Es gibt da mehrere Personen, die da aktiv sind im
Verwaltungsrat der Deutschen Welle, in der
Bundestagsfraktion, der Unionsfraktion, die das Ganze
aufnehmen, oft Botschafter -Ebene.
Unsere Petition hat alleine, die schafft den Raum,
immer wieder darüber zu berichten, dass man auch sich
das
Leute unterschreiben kann. Ja, man will manchmal
irgendwas tun. Ja, ich will jetzt mal unterschreiben.
Ich habe ein Zeichen gesetzt für uns, dass gut beim
Einsammeln, weil wir können sagen, wir haben einen
Minister unterschrieben, wir haben einen Abgeordneten
unterschrieben, die evangelische Gemeinde auf Rottos
hat
unterschrieben, da habe ich die Listen jetzt bekommen.
Und das ist eigentlich eine gute Sache, um zu zeigen,
hier geht es auch um mehr.
Und man hat natürlich diese Aufmerksamkeit, die so eine
Kampagne dann einfach auch ab einem gewissen Punkt
immer braucht. Und ich glaube schon, ich bin zumindest
positive gestimmt, das motiviert mich.
Meine Frau sagt immer, ich bin immer zu optimistisch,
aber ich denke immer, es ist besser zu optimistisch zu
sein, als immer zu negativ alles zu sehen, als zu
pessimistisch.
Dass man Richtung Sommer dann noch mal eine Möglichkeit
schafft, wo es glaube ich darum geht, dass man das
Programm offen hält, vielleicht muss man ein bisschen
dann einspannen an der einen oder anderen Stelle,
gegebenenfalls. Auch nochmal Fragen, auch an die
griechische Seite, das ist glaube ich wichtig.
Was kann ein Grieche denn noch tun für das griechische
Programm der deutschen Welle?
Nicht für uns, also nicht für die Deutsche sprechen.
Klingt jetzt erstmal hart, aber ist so.
Also zum Beispiel als jetzt da vor einigen Jahren im
Kabelfernsehen zu Gunsten von Euronews die deutsche
Welle
rausgenommen wurde aus dem Empfang.
Das ist jetzt eine relativ einfache Sache.
Also Sie können ja, wenn Sie Kabelfernsehen haben,
haben wir, da hatten wir dann TV5Monde und BBC und
Euronews. Da würde die Deutsche Welle eigentlich gut
reinpassen. Ist nicht mehr. Ja, wie ist das mit Sky?
Kann man vielleicht den Vertrag nochmal prüfen, dass
man sagt, die Deutsche Welle finanziert ja de facto ein
Sky -Büro, Außenstelle in Berlin mit, was gut für uns
ist, um uns auch darzustellen und Positionen zu
bringen,
gibt es da Möglichkeiten der Kooperation.
Das muss man, glaube ich, auch nochmal ansprechen, auch
adressieren, dass das nicht so eine, ich sag mal jetzt
nur eine Geschichte der Deutsch, der Philhellenen ist
sozusagen, der deutschen Philhellenen und der deutschen
Politik und auch nochmal die Griechen nochmal ein
Angebot machen können, weil damit kann man auch gut
argumentieren.
Und ich sage halt außenpolitisch, wir müssen uns das
halt europaleisten, so eine Sprachprogramme zu haben,
weil damit wird Politik gemacht, weil wenn die Deutsche
Welle rausgeht, dann kommt das.
Das griechischsprachige Programm des chinesischen
Fernsehreihen, dann kommt das griechischsprachige
Programm
des russischen Fernsehreihen und was die für einen
Inhalt liefern, das können wir uns ja gut vorstellen,
mit
welcher Zielrichtung. Und das kann uns, glaube ich,
nicht gefallen.
Also ich glaube, das war eine sehr, sehr deutliche
Ansage, vielen Dank nochmal.
Wer dieses noch nicht unterschrieben hat, dann können
Sie gerne an uns herantreten.
Wir kommen jetzt noch mal zum Ende. Jetzt geht es zu
wie beim Fernsehen.
Ich formuliere den ersten Teil der Frage und du musst
den Satz dann vervollständigen.
Jetzt nicht noch lange Ausschweifungen, sondern zack
zum Punkt. So wie im Fernsehen, ne? Gut. Drei Fragen.
Die erste Frage. Frankreich und die USA sind bei den
Griechen wesentlich beliebter als Deutschland, weil
Sie Waffen und Schiffe liefern.
Wenn ich für 24 Stunden griechischer Ministerpräsident
wäre, würde ich als allererstes … Das Rettungswesen
reformieren. Sehr gut. Und das Rettungswesen
reformieren.
Und nun der absolute Knaller aus der bekannten Yiasas
Adenauer -Serie.
Meine griechische Lieblingsinsel ist … Naxos. Naxos,
okay. Dankeschön.
Und damit sind wir am Ende dieser besonderen Folge von
Yiasas Adenauer.
Dreieinhalb Jahre Griechenland liegen hinter uns, 51
Folgen Yiasas Adenauer ebenso.
Viele Begegnungen, viele Diskussionen, Reisen und
Erfahrungen.
Das Land hat beeindruckt und für mich mehr als ein
Arbeitsplatz.
Ich blicke voraus auf meine nächste Stelle im Ramallah;
in Jerusalem wohnen, mit Zuständigkeit für das
Westjordanland, Ost-Jerusalem und die Gazastreifen.
Eine wirklich mindestens ebenso spannende und neue
Herausforderung für mich.
Vielen Dank an alle, die diesen Podcast begleitet
haben.
Danke für eure Nachrichten, eure Unterstützung und die
vielen Gespräche in den letzten Jahren.
Alle Informationen zu dieser Folge findet ihr wie immer
in den Show Notes.
Wenn euch der Podcast gefallen hat, freue ich mich über
eine Bewertung und natürlich darüber, wenn ihr Yiasas
Adenauer weiter empfehlt.
Die Redaktion, das Kass Team Athen, die Produktion,
Studio Schumann Leipzig, der Interviewpartner Doktor
Ronald Meinardus.
Ich bedanke mich, Efcharisto poli, macht's gut und na
iste kala, herzlichs, euer Marian.
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